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Günstige Bikes in Gadebusch : Die Tüftler aus der Rad-Werkstatt

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Mario Schubert und Eberhard Friedrich machen alte Fahrräder wieder flott. Jobcenter gab grünes Licht für Projektverlängerung

von
erstellt am 02.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Schrauben, putzen, ölen. In Gadebusch geht ein Werkstatt-Projekt des Arbeitslosenverbandes Gadebusch in die nächste Runde. Den Weg dafür machte das Gadebuscher Jobcenter frei. Dadurch können Mario Schubert und Eberhard Friedrich auch weiterhin alte Drahtesel wieder flott machen und ab sofort auch Beziehern des Arbeitslosengeldes II, der Grundsicherung oder des Wohngeldes anbieten. Die Fahrräder werden zu einem Preis ab 20 Euro verkauft.

Konkurrenz wolle der Arbeitslosenverband mit diesem Projekt Firmen aber nicht machen. „Die Räder werden nur Anspruchsberechtigten und bei Vorlage eines Bescheides angeboten“, betont Lydia Schulz vom Arbeitslosenverband. Interessenten können sich montags bis donnerstags von 9 bis 16.30 Uhr sowie freitags bis 13 Uhr in der Gadebuscher Möbelbörse melden.

Seit dem es das Werkstatt-Projekt gibt, sind 216 Fahrräder angeliefert, davon 160 repariert und angeboten worden. „Alle Räder, die wir erhielten, waren Spenden. Selbst die Bundeswehr aus Elmenhorst und eine Straßenmeisterei kamen hier vorgefahren und brachten Fahrräder zu uns“, sagt Mario Schubert.

Bis heute unvergessen ist eine Situation auf dem Lande. Drei Fahrräder sollten Mario Schubert und Eberhard Friedrich in Empfang nehmen. Das Kuriose daran: Die Drahtesel waren bis in Höhe der Tretlager eingewachsen. „Wir konnten die Drahtesel als Ersatzteilspender aber gut gebrauchen und haben sie also mitgenommen“, erinnert sich Eberhard Friedrich.

In ihrer Werkstatt tüfteln die Beiden mitunter stundenlang herum, um Unmögliches möglich zu machen. Nur einmal wären sie fast verzweifelt. „Es ist schon abenteuerlich, ein in die Jahre gekommenes, englisches Hinterrad in Einklang mit einer herkömmlichen Gangschaltung aus Japan zu bringen“, verdeutlicht Mario Schubert. Dank Improvisationstalent konnte der ehemalige Mitarbeiter des Motorradwerkes Zschopau aber auch dieses Problem lösen.

Die Fahrräder, die die Werkstatt verlassen, werden schließlich von der Polizei codiert und registriert. Außerdem setzt das Werkstatt-Team ein en Kaufvertrag auf, damit der Käufer die Herkunft des Fahrrades nachweisen kann.

Ein solches Vertragswerk haben die Beiden übrigens auch in arabischer Schrift in ihrer Schublade. Denn in der Vergangenheit statteten sie Flüchtlinge mit reparierten Fahrrädern aus, damit sie von ihren Unterkünften auf dem Lande in die nächste Stadt fahren konnten. „Das Schöne an dieser Tätigkeit ist ohnehin, dass wir andere unterstützen können und wir eine sinnvolle Beschäftigung haben“, so Eberhard Friedrich.

 

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