Schloss bothmer : Die schönste Baustelle des Landes

Auf den Dächern von Schloss Bothmer: Landrätin Kerstin Weiss, Projektleiter Steffen Siefert, Kreistagspräsident Klaus Becker und der 1. Stellvertreter der Landrätin, Gerhard Rappen (v.l.n.r.). Fotos: Holger Glaner
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Auf den Dächern von Schloss Bothmer: Landrätin Kerstin Weiss, Projektleiter Steffen Siefert, Kreistagspräsident Klaus Becker und der 1. Stellvertreter der Landrätin, Gerhard Rappen (v.l.n.r.). Fotos: Holger Glaner

Landrätin Kerstin Weiss ein Bild vom Stand der Arbeiten / In vier Wochen ist Eröffnung

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24. April 2015, 11:45 Uhr

Hämmern, tackern, sägen, bohren. Die schönste Baustelle des Landes gleicht einen Monat vor ihrer Fertigstellung einer überdimensionalen Spielwiese für hobbyheimwerkelnde Männerscharen. Doch weit gefehlt. Hier sind Profis am Werk. Für 36,5 Millionen Euro saniert das Land Mecklenburg-Vorpommern das Schloss Bothmer vor den Toren von Klütz. Bereits am 23. Mai soll die größte barocke Schlossanlage Mecklenburg-Vorpommerns feierlich eröffnet werden. Gestern machte sich Landrätin Kerstin Weiss ein Bild vom derzeitigen Stand der Arbeiten.

„Wir sind guter Dinge, dass wir bis zur Eröffnung alles schaffen, auch wenn wir noch nicht in allen Sälen gleichzeitig werden tanzen können“, sagte Projektleiter und Gesamtkoordinator Steffen Siefert. Während auf dem Ehrenhof vor dem Hauptgebäude der Rollrasen ausgelegt wird, steigt bei den Innenausbauten die Anspannung. Hauptgebäude, die beiden flankierenden Kavaliershäuser und der Ostflügel sollen bereits in einem Monat für die Öffentlichkeit begehbar sein. Der Westflügel folgt im kommenden Jahr. Dieser soll dann in seiner Nutzung den Ansprüchen von Ausstellungen und Konzerten genügen, während die gastronomischen Einrichtungen im Ostflügel den Feiercharakter bedienen sollen. Familienfeiern, Empfänge – hier ist vieles denk- und durchführbar.

Prunkstück des Hauptgebäudes bildet der edle Festsaal im ersten Obergeschoss. Dunkle Holztäfelung, prachtvolle Kronleuchter, Blick in Parkanlage und Ehrenhof – inmitten royalen Glanzes ließe es sich gut residieren.

Wirklich schick das Ganze. Und es bedarf nun wirklich keines großen Vorstellungsvermögens, um der zahlreichen Schwierigkeiten während der Sanierungsphase nachzuempfinden. „So wurden im Laufe der Zeit die Holzvertäfelungen teilweise dick in Cremeweiß übermalt, an anderer Stelle wiederum zum einfacheren Tapezieren mit Teerpappe zugeklebt. Schwerstarbeit für die vielen Restauratoren, die permanent darauf achten mussten, die versteckte historische Substanz nicht zu beschädigen“, führt Steffen Siefert aus. 380 Fenster mussten eingebaut, 1300 Quadratmeter Stuckdecken aufgearbeitet werden. Sogar Insolvenzen am Bau beteiligter Firmen habe es gegeben.

Doch jetzt fiebert das gesamte Team dem Eröffnungstermin am Pfingstwochenende entgegen. Mit Leben füllen soll dann Museumspädagogin Nadine Schmidt die barocke Vorzeigeanlage. Eine Mammutaufgabe, der die künftige „Herrin auf Bothmer“ gelassen entgegensieht. Führungen, museumspädagogische Veranstaltungen, Ausstellungen, Konzerte, im September der Jahresempfang des Landkreises Nordwestmecklenburg. „Und im August haben wir sogar schon die ersten Hochzeiten fest gebucht.“

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