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Renaturierung bei Badow Ende März abgeschlossen : Die Schilde bekommt ein neues Bett

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Melioration war gestern, Renaturierung ist heute: Die Schilde zwischen Badow und dem Woezer See soll sich ab Ende März wieder in zahlreichen Windungen durch die Landschaft schlängeln.

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erstellt am 27.Feb.2012 | 09:24 Uhr

Badow | Melioration war gestern, Renaturierung ist heute: Die Schilde zwischen Badow und dem Woezer See soll sich ab Ende März wieder in zahlreichen Windungen durch die Landschaft schlängeln. Der kleine Fluss fließt auf einer Länge von 14,2 Kilometern durch das Gebiet des Biosphärenreservats Schaalsee bevor er in die Schaale und diese später in die Elbe mündet.

Im Abschnitt Badow gaben gestern Gerd Schriefer vom Förderverein des Biosphärenreservates Schaalsee und Hartmut Strelow von der Rösing Bau GmbH Müggenhall den Startschuss für die letzte Etappe des in 2005 gestarteten Projektes "Lebensader Schilde". "Damit wird in diesem Jahr ein zirka 520 Meter langer Abschnitt der Schilde in Anlehnung an den historischen Verlauf in einem naturnahen Zustand gebracht", sagt Schriefer. Die Gesamtkosten für diesen Projektabschnitt belaufen sich auf 35 000 Euro und beinhalten acht Gewässerschlingen und die einhergehende Laufverlängerung von 70 Metern. Die Finanzierung wird von der Vattenfall Europe Umweltstiftung getragen.

Hinter der sichtbaren Verbesserung des Landschaftsbildes steckt weitaus mehr, wie Brigitte Bojdzinski vom Amt für das Biosphärenreservat verdeutlicht: "Wenn der Fluss mäandert, verbleibt das Wasser länger in der Landschaft. Das hiesige Niedermoor vermullt nicht und bleibt erhalten. Darüber hinaus verbessern wir auf Dauer die Wasserqualität." Praktizierter Hochwasserschutz im Zulauf, der in Zukunft das Anschwellen der großen Flüsse und folglich auch Gefahrenlagen wie Überflutungen mindert oder im großen Stil betrachtet stark eindämmen könnte. Weitere positive Nebeneffekte sind die Artenvielfalt im renaturierten Gewässer. Bereits heute sind Bachneunauge als auch der Eisvogel im und am Gewässer nachgewiesen. Beides Indikatoren hinsichtlich der guten Wasserqualität. Die Schilde wird unter anderem von Oberflächenwasser aus dem Landschaftsbereich rund um das Neuendorfer Moor gespeist.

Baggerfahrer Andreas Eick setzte gestern seine Technik in Bewegung. Bis Ende März will der Fachmann der Rösing Bau GmbH das neue Flussbett geformt und mit dem stark torfhaltigen Aushub den geradlinigen und ehemaligen Wasserlauf der Schilde verfüllen. 35 große Eichenpfähle markieren den angedachten Verlauf und die Pufferzone im Uferbereich. Eine Arbeit, die Cornelia Meerbach vom Institut biota fachlich begleitet: "Mit Abschluss der Baggerarbeiten erfolgt die Einbindung des neuen Verlaufs und die Anpflanzung von Erlen. Hinsichtlich einer zügigen Renaturierung werden natürliche Barrieren aus Wurzelholz mit eingebracht", so Meerbach. Bisher vorhandene Steinpackungen werden belassen bzw. mit eingebunden. Wichtig aus Sicht der Biosphäre: "Das Projekt entsteht nicht zuletzt durch das Mitwirken der Landwirte, die einen Flächentausch ermöglichten und in Zukunft die Mahd auf den Grünflächen realisieren bzw. extensive Landwirtschaft betreiben", so Bojdzinski. Innerhalb von sieben Jahren endet somit im März die Renaturierung, welche in fünf Einzelprojekten ihre Umsetzung fand.

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