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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

19. November 2017 | 06:12 Uhr

Nager-Plage : Die „Ratten-Burg“ von Rehna

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Nachbar einer Ruine in der Goethestraße beklagt eine Nager-Plage und startet Hilferuf

von
erstellt am 28.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Er fühlt sich wie Don Quichote, kritisiert seit Jahren einen Gebäudezustand in Rehna und wendet sich nun mit einem öffentlichen Hilferuf an die SVZ. Die Rede ist von Reinhard Baars. Der gebürtige Rehnaer lebt neben einer Ruine in der Goethestraße – und er hat Angst. Angst davor, dass Gebäudeteile auf sein Grundstück krachen könnten und jemand zu Schaden kommt.

Reinhard Baars zeigt auf immer breiter werdende Mauerrisse. Und er berichtet von einem weiteren Problem: Ratten, die er im Innern der Ruine gesehen habe. Inzwischen nennt Baars das Nachbargrundstück nur noch „Ratten-Burg“ und er befürchtet den Ausbruch einer regelrechten Rattenplage. „Hier muss schnellstens was passieren“, fordert Baars.

Am liebsten wäre ihm der Komplettabriss des ehemaligen Geschäftshauses. „Dieser Anblick ist einer Klosterstadt nun wahrlich nicht würdig. Wir haben in diesem Ort Großveranstaltungen mit tausenden von Leuten, die an dieser Ruine vorbeifahren“, meint Baars. Er befürchtet zudem, dass Kinder die Ruine als Abenteuerspielplatz nutzen. Zwei Schlupflöcher laden trotz Absperrung dazu ein.

Die Stadt Rehna und der Landkreis Nordwestmecklenburg wurden im Fall dieser Ruine bereits aktiv. So ließ die Kommune mit Unterstützung des Landkreises vor wenigen Monaten eine so genannte Ersatzvornahme vornehmen und das obere Stockwerk des ehemaligen „Jacke wie Hose“ Geschäftes kontrolliert einstürzen. Seitdem liegt der Schutt aber dort herum.

Der Anblick der Ruine ist für Marco Weber schwer zu ertragen. Er ist Vorsitzender des Bau- und Ordnungsausschusses der Rehnaer Stadtvertretung und spricht von einer Schande. „Es ist vollkommen verständlich, dass sich Leute über diesen Zustand aufregen“, sagt Weber. Heute will er das Thema während einer Ausschusssitzung (Beginn 19 Uhr im Langen Haus) ansprechen. „Meine Infos sind, dass weitere Teile des Hauses abgerissen werden sollen“, so Weber.

Aus Sicht von Jan Cerny ist dieser Schritt überfällig. Er ist wie Reinhard Baars Nachbar der „Ratten-Burg“ und schlägt Alarm: „Das Haus ist zu meiner Seite akut einsturzgefährdet. Ein Teil meines Grundstücks wurde bereits abgesperrt, so dass ich den Bereich nicht einmal nutzen kann.“

So ärgerlich die Situation auch ist, ein Einzelfall ist die Ruine nicht. „Wir müssen als Bauordnungsbehörde häufig tätig werden, wenn Gebäude einsturzgefährdet sind oder sonst eine Gefahr von ihnen ausgeht. Im Landkreis gibt es jährlich zirka 50 solcher Fälle“, verdeutlicht der stellvertretende Landrat Mathias Diederich. Doch der finanzielle Handlungsspielraum ist begrenzt. 

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