zur Navigation springen

Hochwasserschutz Renaturierungsprojekt : Die Radegast wird durchgekämmt

vom

Das Hochwasser der Elbe ist Geschichte. Mit den Folgeschäden werden Grundstücks- und Hauseigentümer in den kommenden Jahren weiter zu kämpfen haben. Die Gefahrenabwehr beginnt im Hinterland.

svz.de von
erstellt am 17.Jul.2013 | 11:36 Uhr

Holdorf | Das Hochwasser der Elbe ist Geschichte. Mit den Folgeschäden werden Grundstücks- und Hauseigentümer in den kommenden Jahren weiter zu kämpfen haben. Die Gefahrenabwehr, die beginnt aus Sicht der Wasser- und Bodenverbände im Hinterland, in der Vorflut und den kleinen Flüssen wie der Radegast. "Die Arbeit beginnt in den Gräben und Vorflutern", sagt Andrea Bruer, Geschäftsführerin des Wasser- und Bodenverbandes Stepenitz-Maurine. Im Auftrag des Verbandes läuft aktuell die Entkrautung der Radegast. Bert Reibe von der VVL-Landschaftspflege Grevesmühlen steuert dafür sein Amphibienfahrzeug von Börzow hinauf bis nach Gadebusch. Stromauf, stromab kürzt er den Pflanzenwuchs, damit das Wasser sich nicht aufstaut. "Zehn Zentimeter über Sohle nehmen wir die Pflanzen mit einem zwei Meter breiten Mähwerk ab" sagt Heike Heller, Niederlassungsleiterin der VVL in Grevesmühlen. Es handelt sich um eine Saisonarbeit. Ein wichtiger Job, denn die Pflanzen dürfen nicht im Wasser bleiben. Das seien Nährstoffe, die auf längere Sicht eine Verlandung begünstigen. In niederschlagsreichen Zeiten komme es zum Rückstau und folglich zu Überschwemmungen von Weideflächen.

Als Subunternehmen pflegt die VVL insgesamt 500 Kilometer Gräben und Flüsse im Nordwestkreis. Darunter die Maurine und die Radegast. "Was die Radegast betrifft, ist die Pflege nicht einfach", meint Bruer. Der Fluss mäandert stark. Folglich lasse sich das Mähwerk nicht punktgenau ansetzen. Die darauf aufbauende Kritik, dass im vergangenen Jahr die Wasserpflanzen zu schnell nachgewachsen sind, kennt Bruer: "Das beauftragte Unternehmen war mit neuer Technik unterwegs. Jetzt sind wir mit den Erkenntnissen aus 2012 am Start."

Darüber hinaus spricht sich Bruer für punktuelle Renaturierung des Flusslaufes mit dem Ziel des besseren Hochwasserschutzes sowie einfacherer Bewirtschaftung aus. Man arbeite an einer Machbarkeitsstudie zur Renaturierung. Die erforderlichen Vermessungsarbeiten hinsichtlich der hydrologischen Berechnungen sind gelaufen. "Die Zahlen geben Aufschluss darüber, wie viel Wasser der Fluss bei besonderen Lagen fassen kann", sagt die Chefin vom Wasser- und Bodenverband. Des Weiteren kann eine Entnahme von Sandablagerungen im Flusslauf eine Entlastung für den stark verlandeten Rehnaer Mühlenteich bringen. "Darüber hinaus sind geeignete Überflutungsflächen wichtig, die bei starken Niederschlägen das Wasser aufnehmen", so Bruer. Ob und wie solch ein Projekt anzugehen ist, wolle der Verband mit Experten aus dem Naturschutz und der Landschaftspflege beraten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen