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Inspektion in Wismar zieht in Bürocontainer : Die Polizei packt ihre Sachen

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Die Polizei in Wismar sitzt auf gepackten Kisten. Die Beamten ziehen um. Das wird auch Zeit. Denn die Inspektion in der Hansestadt ist in einem betagten Gebäude untergebracht.

svz.de von
erstellt am 18.Jul.2013 | 05:42 Uhr

Wismar | Die Polizei in Wismar sitzt auf gepackten Kisten. Die Beamten ziehen um. Das wird auch Zeit. Denn die Inspektion in der Hansestadt ist in einem betagten Gebäude untergebracht, von dem die Fassade abbröckelt, Deckenbalken durchgefault, der Keller und einige Räume wegen Einsturzgefahr schon gesperrt sind. In drei Jahren soll an gleicher Stelle in der Rostocker Straße eine sanierte und erweiterte Wache stehen.

Die Planungen für den Neubau laufen seit Jahren. Spätestens als Risse in den Wänden sichtbar wurden, war klar: Es muss etwas geschehen. In zwei Abschnitten wird nun gebaut. Bis 2015 entsteht im Hof des Reviers ein viergeschossiger Neubau. Der Südflügel und alte Garagen werden dafür abgerissen. Im zweiten Schritt wird dann das Haupthaus mit der denkmalgeschützten Fassade des Architekten Demmler (Baujahr 1848) Instand gesetzt. Dabei wird auch der Vorbau, in dem heute der Besucherraum und die Wache untergebracht sind, wieder weggerissen. Er verdeckt einen Teil der schönen Front.

"Wir wollten einen Umzug mit dem geringsten Aufwand", sagt Bärbel Stuff, die Verwaltungschefin. Deshalb wurde der Plan, dass ein Teil der Beamten an einen anderen Standort zieht, wieder verworfen. 120 Polizisten vom Revier und der Inspektion ziehen in den Container, die Kripo zieht erst einmal in das Haupthaus und in zwei Jahren dann in den neuen Anbau. Das Finden dieser Lösung und der lange Winter haben das Unternehmen ein bisschen verzögert. Eigentlich sollte der Umzug schon im Juni über die Bühne gehen. Deshalb beginnen die Arbeiten auch etwas später als geplant. Auch wenn der Container nur ein Provisorium sei, die Aussicht auf ein neues Dienstgebäude sei schön, sagt Bärbel Stuff.

Die Kosten für den Umbau belaufen sich auf rund 9,4 Millionen Euro. Der Landesbetrieb für Bau und Liegenschaften MV (BBL) baut im Auftrag des Innenministeriums in Wismar. Mit einem Architektenwettbewerb wurden Ideen gesucht. Stadt + Haus Architekten aus Wismar bekamen schließlich den Zuschlag.

Die besondere Herausforderung ist der Umzug bei laufendem Betrieb. Die Technik kann nicht abgeschaltet werden, das Hauptrevier muss 24 Stunden einsatzbereit sein. Beim Gang durch den Container zeigt Stefan Hentschke den Einsatzraum. Sollte etwas passieren sind wir bereit, sagt er. Die Computer und Telefone sind angeschlossen. In anderen Räumen stapeln sich die Umzugskartons, doch die Beamten sitzen an ihren Schreibtischen und arbeiten. Wenn der Umbau 2016 fertig ist, dann soll auch der Außenbereich des Reviers neugestaltet werden, sagt Bärbel Stuff. Der alte Zaun mit dem rostigen Maschendraht verschwindet, Parkplätze für die Autos entstehen. Bislang hätte man aufpassen müssen, wo die Autos stehen, damit sie nicht von herunterfallendem Putz beschädigt werden, erzählt die Verwaltungsleiterin. Das sei dann zum Glück vorbei.

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