zur Navigation springen
Gadebusch-Rehnaer Zeitung

23. November 2017 | 23:25 Uhr

Wandmalerei : Die Lilie von Gadebusch

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Wohnungsgesellschaft setzt auf Tier- und Blumenmotive an Wohnhäusern

von
erstellt am 17.Okt.2014 | 23:32 Uhr

Nicht allein der Herbst ist ein Maler: Daran lässt die Wohnungsgesellschaft Radegasttal (WGR) in Gadebusch keinerlei Zweifel aufkommen. An Wohngebäuden zwischen Mühlen Eichsen, Gadebusch und Roggendorf zieren aktuell neue Tier- und Blumenmotive die Häuser, ein Hingucker nicht allein für Mieter.

Solch eine farbige urbane Landschaft bedarf der Vorbereitung. Daran arbeitet der Parchimer Kai Arndt (46) als kreativer Kopf seit Frühjahr. Seine jüngsten Werke sind die Lilien in der Erich-Weinert-Straße und der Laubfrosch in Roggendorf.

Cremeweiße Blüten auf orangenen Farbwänden signalisieren in Gadebusch Harmonie. Eine Blüte in Übergröße. „Solch große Dinge sind für mich eine Herausforderung“, sagt Kai Arndt. Über die Sommermonate hat er mit Pinsel und Airbrush-Verfahren, der Luftpinseltechnik, an der Hauswand seine Motive umgesetzt. „Zwänge, die gab es nicht“, betont WGR-Hauswartkoordinator Holger Giersch: „Wir geben die Themen wie Kleininsekten am Standort Rehna, Blumenwelt in Gadebusch oder die Vogelwelt in Mühlen Eichsen vor. Die Umsetzung erfolgt in künstlerischer Freiheit.“

Die beginnt auf dem Skizzenblock und findet mit der Übertragung des Motivs vom Blatt auf die frisch grundierte Hauswand ihre Fortsetzung. „Über ein Rastersystem legen wir die Größe fest. Anschließend tragen wir die Farbe in zwei Schichten auf“, sagt Arndt. Zirka eine Woche benötigt er für ein Wandbild. Dazu gehören das genaue Auftragen von Farbverläufen und Schattendarstellungen. Angst vor einem witterungsbedingten „Verblühen“ muss niemand haben, so Giersch, denn die modernen Farben von Wohnhäusern und Wandbildern halten an die 20 Jahre.

Der Parchimer Kai Arndt ist erfahren, reist auf Wunsch mit seinem Luftpinselkoffer und seinen Farben nach Paris. „Im Pariser Hilton haben wir in diesem Jahr Marmorierungen nachgebildet. Das war beeindruckend“, so Arndt.

Vor 13 Jahren tauschte er als Monteur die Werkzeugkiste mit Schraubenschlüssel gegen Mischpalette mit Pinsel und Farben. „Damals hätte ich es nicht glauben wollen, aber ich habe gut zu tun, denn Individualität ist gefragt“, sagt Arndt. Waren anfangs verschiedene Diskotheken die Orte für kreatives Arbeiten, stehen heute Wohnhäuser und öffentliche Gebäude im Mittelpunkt. Dazu zählt neben den Lübzer Stadtwerken die Gaststätte „Der Römer“ in mecklenburgischen Rom.

Die Mieter in Gadebusch sind zufrieden. Dafür spricht das Interesse während der Arbeit. Nicht nur einmal schauten die Bewohner der Erich-Weinert-Straße hinter die Kulissen des eingerüsteten Wohnhauses. Eine Resonanz, die für Holger Giersch das Bild abrundet und einem die Gewissheit gibt, auf dem richtigen Weg zu sein. „In 2007 sind wir mit dem Kutschenmotiv in der Schweriner-Straße 76 gestartet“, sagt Giersch. Jährlich versuchte die WGR drei bis vier Wohnhäuser ihres Bestandes einer Farbsanierung zu unterziehen. Dabei handelt es sich um fortlaufende Instandsetzungen für die rund 200 000 Euro pro Jahr aufgebracht werden.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen