zur Navigation springen
Gadebusch-Rehnaer Zeitung

16. Dezember 2017 | 02:26 Uhr

Müll in NWM : Die Last mit den Altlasten

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Umweltausschuss will mehr Geld für illegale Müllbeseitigung /Kataster gibt Auskunft über Belastung von Flächen

svz.de von
erstellt am 12.Feb.2016 | 23:59 Uhr

Reichen rund 32 000 Euro, um illegal entsorgten Müll einzusammeln? Mit dieser Frage hat sich der Umweltausschuss des Kreistages befasst und stieg damit in die komplizierte Thematik der Mülltrennung ein. „Der Ausschuss möchte für diese Aufgabe mehr Geld“, sagt die Vorsitzende Petra Kesper. Bislang hätte das Geld immer nur gerade so gereicht. Doch das Problem werde sich ihrer Meinung nach in den nächsten Jahren verschärfen. Freiwillige Putzaktionen auf den Dörfern werden weniger. Stattdessen wird öfter der Kreis in die Pflicht genommen.

Die Entsorgung von Müll, der wild in der Gegend rumliegt, teilen sich Landkreis und Ämter. Zu diesem so genannten herrenlosen Müll gehört beispielsweise Unrat, der am Wegesrand liegt.

Komplizierter ist die Abgrenzung von Altablagerungen und Altlasten. Zum ersten gehört Müll, der sich bereits mit dem Boden verbunden hat, erklärt Mathias Diederich, Fachdienstleiter Ordnung, Umwelt und Bau. Aktuell gibt es im Landkreis Nordwestmecklenburg 336 Stellen mit Altablagerungen (siehe Karte, rote Punkte) beziehungsweise Stellen, wo solcher vermutet wird. Dazu kommen 244 Altstandorte (siehe Karte, blaue Punkte). Bei der weit überwiegenden Zahl handele es sich um Verdachtsflächen, von denen keine akuten Gefahren ausgeht. Sie erfordern kein behördliches Handeln, erklärt Diederich.

Solche Altablagerungen können beispielsweise Standorte von früheren Müllkippen oder Tankstellen sein. Da hier keine gefährlichen Stoffe austreten, gibt es keine Gefahr für den Boden und damit auch nicht für das Grundwasser.

Anders bei Altlasten. Hier können zum Beispiel Dioxine austreten und das Grundwasser verunreinigen. Eine akuten Fall gibt es derzeit im Nordwestkreis aber nicht, beruhigt Diederich. Um sich vor dem Kauf eines Grundstücke zu informieren, ob es möglicherweise belastet ist, können Interessenten einen Blick in das Bodenschutz- und Altlastenkatasters des Landkreises werfen.

In Sachen herrenloser Müll hat sich der Umweltausschuss darauf geeinigt, in einem halben Jahr noch einmal zu schauen, ob das Geld reicht. Doch ob dafür viel Spielraum bleibt, ist fraglich. Der Landkreis müsse sparen, sagt Kesper.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen