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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

22. August 2017 | 09:23 Uhr

Rehna : Die Kunst, richtig Luft zu holen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Beim Jungbläserprojekt lernen Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Grundlagen der Blechblasinstrumente

Die Lippen sind gespitzt. Mit ganzer Kraft der Wangenmuskeln drücken die Bläser den Atem in ihre Posaunen: Musik liegt in der Luft. 15 Kinder, Jugendliche und Erwachsene wollen jetzt beim Jungbläserprojekt in Rehna ein Instrument erlernen.

Doch bis auch wirklich Bläsermusik im Pfarrhaus erklang, dauert es bei der ersten Übungsstunde eine Weile. „Notenblätter gab es erstmal nicht“, erzählt Diakon Matthias Krause. Stattdessen hätten die Jungbläser die Aufgabe gehabt, ein Blatt durch Pusten an der Wand zu halten, so der Leiter des Projekts. Auch Luftballons, Gartenschlauchenden und Plastiktrichter kamen zum Einsatz.

Die Ideen zu diesen Übungen stammen von Landesposaunenwart Martin Huss. Er leitete die erste Unterrichtsstunde der angehenden Bläser und zeigte ihnen die Kunst, Luft zu holen. „Durch seine Ausstrahlung macht Huss die Theorie unglaublich interessant“, freut sich Krause. Doch nicht nur normaler Unterricht sei geplant, sagt der 49-Jährige. Unter anderem stehe auch ein Ausflug zum Lübecker Musikhaus „Amrein“ auf dem Programm. Außerdem hält Krause einen öffentlichen Vortrag über die Geschichte der Blechbläserei. „Natürlich mit Bildern und Klangbeispielen“, so der Diakon. Auch am See in Vietlübbe soll eine der Unterrichtsstunden stattfinden.

Notwendig sei das Jungbläserprojekt, weil nicht jede Gemeinde einen eigenen Posaunenchor unterhalten könne, erklärt Krause. Daher haben sich die Kirchgemeinden aus Rehna, Schlagsdorf, Vietlübbe und Groß Brütz zusammengetan, um interessierte Blechbläser zu finden und zu unterrichten. „Zu Freiluft-Veranstaltungen kann man ja schließlich schlecht die Orgel mitbringen“, so Krause, „ein Posaunenchor ist da genau das Richtige.“ Doch in vielen Gemeinden gebe es diesen nicht mehr und so werde häufig beim Chor in Rehna angefragt. „Wenn wir jetzt einzelne Musiker aus den Gemeinden bekommen, wäre es selbstverständlicher, dass wir in der ganzen Gegend spielen“, so der 49-Jährige. Ziel sei es, die bestehenden Posaunenchöre für alle Gemeinden zu erhalten.

„Unterschiedlichste Musik würzt mein Seelenleben“, erklärt Matthias Krause. Daher leitet er seit zehn Jahren die Jungbläserausbildung in Rehna und die Kirchgemeinden vertrauten ihm auch das neue Projekt an. „Auf Blechblasinstrumenten kann man Kirchenlieder, Volkslieder, aber auch Swing oder Rock’n’Roll spielen“, betont Krause, „und zwar überall.“ Seine Freude an der Musik möchte er nun den Projektteilnehmern vermitteln. Nach dem Ende des Projekts sollen diese dann Einzelförderungen bekommen und in Posaunenchöre eingegliedert werden.

 

 

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erstellt am 15.Apr.2014 | 00:00 Uhr

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