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Deutsch-chinesischer Projekttag zum Thema Umwelt : Die Klima-Macher sind in Gadebusch am Werk

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"Wie sieht die Stadt aus, in der ich leben möchte?" Auf diese Frage suchten 20 Schüler im Rahmen des deutsch-chinesischen Umweltprojekts eine Antwort. Gestern stellten sie ihre Ergebnisse im Gymnasium Gadebusch vor.

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erstellt am 22.Aug.2012 | 10:11 Uhr

Gadebusch | "Wie sieht die Stadt aus, in der ich leben möchte?" Auf diese Frage suchten 20 Schüler im Rahmen des deutsch-chinesischen Umweltprojekts seit November vergangenen Jahres eine Antwort. Gestern stellten sie ihre Ergebnisse im Gymnasium Gadebusch vor.

Die Projektgruppe besteht aus zehn deutschen und zehn chinesischen Schülern der Klassenstufen 10 bis 12. Nachdem bereits im Mai die deutschen Schüler zu Besuch in China waren, kamen nun die chinesischen Jugendlichen für zwei Wochen nach Deutschland, um zusammen den Projekttag vorzubereiten, über die Umwelt nachzudenken und Deutschland kennen zu lernen.

Zhu Yuxiao, der man im Deutschunterricht den Namen Regina gab, hatte von ihrer Deutschlandreise etwas ganz anderes erwartet: "Es ist hier besser, aber vor allem ruhiger, als ich gedacht hätte. Es macht viel Spaß und ist dabei gleichzeitig sinnvoll, da man etwas für die Umwelt tun kann." Die 17-Jährige steht an einem der fünf verschiedenen Stände in der Pausenhalle des Gymnasium Gadebusch, an denen Schüler etwas über die Umwelt lernen konnten. Ihre Aufgabe war es, die Wichtigkeit der Grünanlagen zu zeigen. Anschaulich wurde dies mit einem "Fühlweg" erklärt. Bei dem Fühlweg, sollten die Schüler in bunte Kartons fassen, um Gegenstände aus der Natur zu erraten.

Das Stadtmodell stand jedoch im Vordergrund und zeigte das Ergebnis der internationalen Zusammenarbeit. Doch dieses barg gerade in den Anfängen Schwierigkeiten, erzählte Ulrike Birke: "Das Problem war, sich auf eine Größe des Stadtmodells zu einigen. Da die Verhältnisse dazu ganz unterschiedlich in den einzelnen Ländern sind. Da musste erst ein Kompromiss gefunden werden." Dass es einen gravierenden Größenunterschied zwischen den beiden Partnerstädten gibt, ist dabei unübersehbar. So hat Gadebusch etwa 5700 Einwohner, während das chinesische Jinan mit etwa sechs Millionen Einwohnern aufwarten kann. Das nun entstandene Stadtmodell ist für etwa 200 000 Einwohner konzipiert.

Die Betreuerin der chinesischen Jugendlichen ist Xuefei Sun. Sie sagt: "Ich finde, wir haben den Aktionstag erfolgreich organisiert und die chinesischen Schüler können viel davon lernen. Zusätzlich gibt der Austausch eine gute Chance die vielen kulturellen Unterschiede kennen zu lernen." Ein Detail fällt ihr dabei am meisten auf: "Die Deutschen sind sehr gastfreundlich, aber die Esskultur ist eine völlig andere. Es ist auffällig, wie viele Kartoffeln hier gegessen werden", erzählt sie schmunzelnd.

Die Aktionen des Umweltprojekttages beschränkten sich nicht nur auf das Gymnasium, auch außerhalb wurde sich für das Thema Umweltschutz stark gemacht. So standen einige der Projektteilnehmer im Rewe-Markt, um kostenlos Papiertüten und Informationszettel mit dem selbstangefertigten Logo unter dem Titel "Die Klima-Macher" zu verteilen. Mit diesem Schachzug wollten sie die Kunden davon abhalten sich umweltschädigende Plastiktüten zu kaufen. Dort stand auch Lisa-Marie Wienbrandt, die von ihren Erfahrungen in China erzählt: "In China war extremer Smog, da merkt man, so kann es nicht weiter gehen, da muss man was ändern. Wir können leider keine großen Taten vollbringen, aber hoffen, dass wir mit kleinen Taten, die Leute zum Umdenken bringen."

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