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hilfe aus nordwestmecklenburg : Die Kinder aus Ovitoto

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Schlagsdorfer Sportler unterstützen Projekt in Afrika. Fußbälle und Geldspenden aus Nordwestmecklenburg

Eine liebevolle Betreuung und zwei Mahlzeiten am Tag – die Wünsche afrikanischer Kinder und deren Eltern unterscheiden sich erheblich von einem Leben in Nordwestmecklenburg. Von hier, aus Groß Molzahn, kommt direkte Hilfe für ein Kinderwaisenhaus in Ovitoto in Namibia. Die Groß Molzahnerin Petra Zündorf (Foto) und ihr Mann Hans haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Menschen dort zu helfen. Mit Lichtbildervorträgen in Nordwestmecklenburg machte Familie Zündorf auf die Zustände aufmerksam und sammelte dabei Spendengelder. Mit weiterer Unterstützung der SG Schlagsdorf kamen 2000 Euro und Sachspenden zusammen. Anlass für eine Reise nach Afrika, von der Petra Zündorf berichtet:

In der 625 Quadratkilometer großen Region von Otjozondjupa mit 1000 Einwohnern liegt das kleine Örtchen Ovitoto. Es befindet sich 120 Kilometer nordöstlich von Windhuk, der Hauptstadt Namibias entfernt, und ist für uns nur mühsam über Grevel Road zu erreichen. Trotzdem nehmen wir die Fahrt mit unserem Leihwagen in Kauf, um die Mädchen und Jungen im Kinderwaisenhaus Otjiruze zu besuchen.

Bereits bei unserem ersten Besuch 2007 in Namibia erfuhren wir von der Initiative der Gründung eines Waisenhauses. Vier Jahre später berichtete uns Sanne, Initiatorin des Heimes, von der Betreuung der 55 Kinder. Nach dieser Begegnung suchte ich nach Möglichkeiten, diesen Kindern Hilfe zukommen zu lassen. Die Bildervorträge waren eine Möglichkeit.

Inzwischen genießen 60 Kinder aus wirklich ärmsten Verhältnissen wochentags von 8 bis 16 Uhr die liebevolle Betreuung und zwei Mahlzeiten. Durch jahrelange internationale Unterstützung entstand die Stiftung „Beautiful Kidz Namibia“.

Brian Kinghorn, Leiter der Stiftung, traf sich mit uns bei Betreuerin Sarah und den Zwergen vor Ort. Brian stellte uns das Waisenhaus und deren Bewohner vor. Stolz berichtet er von den Erfolgen und Fortschritten. „Rund um Windhuk haben wir über 880 Kinder im Alter von drei bis 20 Jahren in unterschiedlichen Einrichtungen wie Schulhort und Kidsclub untergebracht“, erzählt Brian.

Das Heim in Ovitoto, ein zirka 160 Quadratmeter großes gemauertes Gebäude mit nur einem einzigen Saal, einer kleinen Küche und einer Toilette, ist liebevoll mit vielen selbstgebastelten Bildern, Schulmaterial und Wandtafeln gestaltet. Die bis zu sechsjährigen Jungen und Mädchen erhalten von Erzieherin Sarah und weiteren Frauen Vorschulunterricht in Englisch und in Afrikaans.

Tanz und Sport kommen nicht zu kurz. So konnten wir einen Beitrag dazu leisten, indem wir für die Kinder Fußbälle, Fanschals, Springseile und Musik vom Kinderturnen der SG Schlagsdorf 91 e.V. an die Kinder überreichten. Natürlich waren die Fußbälle der Hit, die auch sofort von den Kids in Beschlag genommen wurden.

Eine Gruppe jugendlicher Schüler aus Windhuk absolvierte ein Praktikum in dem Heim, so dass wir auf deutschsprechende Schüler trafen. Sofort interessierten sie sich für unsere Musik. Ein CD- Spieler war vorhanden und so übten wir gemeinsam mit den Kindern unser langjähriges Traditionslied ein. Ich habe noch nie so viel Lust und Begeisterung bei Kindern gesehen wie dort. Es war rührend. Auch wenn wir bei 32 Grad mehr als nur ins Schwitzen kamen, hatten alle Beteiligten, vor allem die Kinder, sehr viel Spaß und Freude.

Über die unerwartete finanzielle Spende von 2000 Euro freute sich Brian so sehr, dass er – außer immer wieder „Danke“ zu sagen – keine Worte fand. Brian erzählt uns von den nächsten Projekten. Unter anderem wollen sie einen Schulgarten anlegen. Allerdings wartet die Stiftung auf die Zusage von Land, um den Garten anlegen zu können. Die letzten Worte der Kinder und Betreuerinnen bei unserer Abfahrt klingen uns noch in den Ohren und die möchten wir an alle Spender weitergeben: „Dankie, Dankie“.


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