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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

19. November 2017 | 18:49 Uhr

Gadebusch : „Die Insel“ als sicherer Hafen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Verein feiert 20-jähriges Bestehen mit Kreativ-Wettbewerb. Gadebuscher nimmt mit Piratenschiff-Modell teil

svz.de von
erstellt am 03.Mai.2014 | 00:00 Uhr

Etliche Wochen hat Mathias Kiencke an dem Piratenschiff gebaut. Nun ist das etwa einen halben Meter hohe Schiffsmodell fast fertig. Es ist bereits aufgetakelt, die Segel sind aufgezogen und die Aussichtskörbe angebracht. Es fehlt nur noch ein Rest der Beplankung. Mit Flechtfäden, Peddigrohr und Spanholz hat der Gadebuscher in stundenlanger Kleinarbeit das Schiff gebaut. „Mein Opa hat früher Holzspielzeug hergestellt“, erzählt er. „Da habe ich mich jetzt auch einmal dran versucht.“

Der Dreimaster ist bereits das zweite Schiff, das Mathias Kiencke gebaut hat, ein drittes soll bald folgen. Doch zunächst wird sein jetziges Projekt bei einem Wettbewerb eingereicht. Zum 20-jährigen Bestehen des Vereins „Die Insel“, einer Institution, die die psychische und soziale Eingliederung von Menschen unterstützt, können diese bis zum 10. Juni Selbstgebasteltes einreichen. Eine unabhängige Jury wird die besten Werke auswählen und diese prämieren.

„Die Kreativarbeiten haben einen hohen Stellenwert für unserer Klienten“, erzählt Sabine Radeloff, die Leiterin der Gadebuscher Einrichtung „Die Insel“. „Kreativ zu arbeiten hilft ihnen, sich von ihren traurigen Gedanken zu lösen und etwas Schönes zu erschaffen.“ Zudem sei die positive Rückmeldung wichtig für das Selbstbewusstsein, sagt Radeloff. „Wir gucken, dass jeder etwas findet, an dem er Spaß hat und dass er vielleicht auch nach dem Aufenthalt hier bei uns Zuhause weiterführen mag.“

Vor 20 Jahren hat sich der Verein „Die Insel“ in Grevesmühlen gegründet. Den Insel-Standort Gadebusch gibt es seit 1997. Hier werden derzeit 13 Menschen mit Depression, Psychosen, Schizophrenie oder Persönlichkeitsstörungen im Alter von 24 bis 56 Jahren betreut. Die Insel ist mit insgesamt vier Standorten in Nordwestmecklenburg vertreten.

„Dass es unseren Verein jetzt schon so lange gibt, zeigt ja auch, dass wir gebraucht werden“, sagt Sabine Radeloff. „Die psychischen Erkrankungen werden ständig mehr.“ Die Leiterin der Tagesstätte Gadebusch geht davon aus, dass es an gesellschaftlichen Gegebenheiten liege, dass immer mehr Menschen Hilfe bei der Lebensbewältigung benötigten. „Viele leiden sehr unter einem Partner- oder Jobverlust und brauchen dann Hilfe“, so Radeloff. „Hier bei uns können sie sich im geschützten Rahmen stabilisieren, finden Freunde und Gleichgesinnte mit sehr ähnlichen Problemen.“ Viele ihrer Klienten hätten vorher ein Leben in Einsamkeit geführt. „Bei uns trauen sie sich langsam wieder ins normale Leben zurückzukehren“, sagt sie.

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