Seltenes Jubiläum : Die gute Seele der Rehnaer Schule

Karin Meyer ist seit 40 Jahren im Schuldienst.
Karin Meyer ist seit 40 Jahren im Schuldienst.

Karin Meyer freut sich auch nach 40 Jahren immer noch tagtäglich auf die Arbeit mit Lehrern, Schülern und Eltern

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23. März 2016, 04:45 Uhr

Eine Schule braucht eine gute Seele und Karin Meyer aus Rehna übt diese Funktion mit Leidenschaft aus. Ein Lächeln am Morgen gehört dazu. Erst recht ein offenes Ohr: „Das ist so, wenn Schüler an die Tür klopfen und ihre Probleme schildern“, erzählt die Sekretärin der Regionalschule Rehna. Seit 40 Jahren steht sie im Dienst der Schule, von Lehrern und den Schülern.

Zwei bis drei Generationen durchliefen in den zurückliegenden vier Jahrzehnten die Einrichtung. „Wenn heute die Kinder jener Eltern an die Tür klopfen, die einst selbst die Schule besuchten, muss ich oft schmunzeln“, sagt Meyer. Nun saß der Nachwuchs auf dem Stuhl im Sekretariat und wartete auf ein Gespräch mit dem Schulleiter. Nicht selten werden Erinnerungen über Geschichten wach, die das Leben schrieb, wenn Kinder etwas ausgefressen hatten oder gar ein wenig über die Strenge schlugen.

Der Weg zum Direktor, der war immer etwas Besonderes. Selbst für Karin Meyer, die mit 16 Jahren die Schule absolvierte und eine Ausbildung als Facharbeiterin für Schreibtechnik beim Hydraulikwerk Schwerin abschloss. Eine Mitarbeiterin der Stadt fragte sie anschließend, ob sie nicht als Schulsekretärin arbeiten möchte. „Ich war 19, gerade selbst aus der Schule“, erinnert sich Meyer. Viel Respekt habe man damals vor den Lehrern gehabt. „Mein damaliger Schulleiter Klaus Bollensdorf war Geschichtslehrer“, so Meyer. Dass er streng und fordernd war, sei allen bekannt gewesen, dass er Geschichtsunterricht mit Leben erfüllte, daran erinnert sich Meyer heute noch gern. „Nach kurzen Überlegungen stimmte ich zu, Klaus Bollensdorf wurde mein Kollege“, sagt Karin Meyer.

Die zurückliegenden Berufsjahre seien eine schöne Zeit gewesen. „Nette Kollegen und ein gutes Klima sind dafür die Voraussetzung“, sagt sie. Sechs Schulleiter habe sie kennengelernt. Allein 30 Jahre habe sie mit Uwe Seemann auch in der Funktion als Schulleiter zusammengearbeitet. Jahre, die ihr sehr positiv in Erinnerung bleiben.

Eines habe sich im Schulalltag in 40 Jahren nie geändert: „Vorgaben müssen erfüllt werden, auch heute.“ Nur, dass in der heutigen Zeit Eltern und Schüler freier über ihren Weg entscheiden können. Ob all die eingeschlagenen Wege richtig oder falsch sind, bekommt Karin Meyer nicht selten als Erste zu hören: „Ich bin der Anlaufpunkt. Eltern laden durchaus ihren Ärger ab und schimpfen über die Schule. So etwas darf man nicht persönlich nehmen.“ Entscheidend sei, einen guten Weg für die Kinder zu finden.

700 Mädchen und Jungen zählte die Schule in den 1970er Jahren. Eine Zeit, in der der Nachwuchs noch im alten Haus am Kirchplatz und im heutigen Amtsgebäude sein Wissen vermittelt bekam. „1976 wurde der Plattenneubau übergeben, 1996 die neue Grundschule im Benziner Weg. Heute zählen wir 410 Schüler am Standort“, sagt Meyer.

Die eine oder andere kleine Reiberei gibt es heute wie früher. „Ein Erstklässler kam traurig zu mir und meinte, die Schüler aus der dritten Klasse hätten ihn geschlagen. Es gab ein Trostpflaster und die Welt war wieder in Ordnung.“

Nach 40 Jahren gehe sie nach wie vor gerne in die Schule. Mit Thomas Barsch hat die Schule Rehna wieder einen bestätigten Schulleiter. Der darf sich die kommenden dreieinhalb Jahre auf die Unterstützung von Karin Meyer verlassen. Sie wolle noch nicht ans Aufhören denken: „Die Freizeit gehört der Enkeltochter. Seit zehn Jahren bin ich als Schöffin am Gericht tätig.“  

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