Gadebusch : Die grünen Daumen von der Tafel

Pflanzzeit im Tafel-Garten: Der 28-jährige Colin Luu Van bringt Gurkenpflanzen in die Erde. Fotos: Holger Glaner
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Pflanzzeit im Tafel-Garten: Der 28-jährige Colin Luu Van bringt Gurkenpflanzen in die Erde. Fotos: Holger Glaner

Langzeitarbeitslose bewirtschaften in Gadebusch gleich drei Gärten und helfen mit ihrer Ernte bedürftigen Familien

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09. Juni 2017, 05:00 Uhr

Drei Gärten, 15  000 Quadratmeter Nutzfläche und sieben Männer, die das Ganze in der Gadebuscher Kleingartenanlage „Am Wasserwerk“ bewirtschaften. Ihr Auftrag: die Produktion von Obst und Gemüse für die Gadebuscher Tafel.

Seit Mitte April wuseln Rentner Dieter Holst und die sechs Langzeitarbeitslosen mit den „Grünen Daumen“ nun schon in den Gärten herum – es ist Zeit für die Aussaat und das Pflanzen. Schon im Juli soll dann die Ernte der ersten Zwiebeln beginnen. Doch das ist nur der Anfang einer langen Gartensaison. Ob Bohnen, Gurken, Tomaten, Porree, Sellerie, Kohlrabi, Erbsen, Kürbisse, Kräuter oder Kartoffeln, auch Äpfel und Erdbeeren – die Erntekörbe werden sicher wieder prall gefüllt sein. „Im vergangenen Jahr hatten wir allein 50 Zentner Kartoffeln geerntet. So viel wie noch nie“, berichtet Dieter Holst.

Der 63-Jährige kümmert sich als eine Art Vorarbeiter um die anderen Männer. Allesamt sogenannte Ein-Euro-Jobber, die sich auf diese Weise wenigstens bis Mitte Oktober ihre Hartz IV-Bezügen etwas aufbessern. Jeweils von Montag bis Donnerstag sind sie in der Kleingartenanlage anzutreffen. Vier Stunden täglich. „Das Gute daran ist, dass sie wissen, für wen sie es machen und Spaß daran haben“, sagt Karin Kluge, die dieses Projekt des Job Tafel Beschäftigungsträgers aus Schwerin in der Münzstadt betreut.

Viele der Pflanzen, die in diesen Tagen in den Boden kommen, stammen übrigens von der Gärtnerei Frank Werner aus Benzin, die diese als Spende an den Tafel-Garten abgibt. „Ohne die Hilfe der Gärtnerei könnten wir unsere Anbauflächen gar nicht voll besetzen“, sagt Dieter Holst.

Zu Gute kommt die auch in diesem Jahr hoffentlich wieder reiche Ernte gut 150 bedürftigen Familien in Rehna sowie Gadebusch und Umgebung, die von der Gadebuscher Tafel betreut werden.

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