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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

18. November 2017 | 00:31 Uhr

Windkraft : Die Flächensuche läuft

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Investoren liebäugeln mit Windpark zwischen Klein Rünz und Cordshagen. Vorentwurf enthält 17 Anlagen

von
erstellt am 05.Jan.2015 | 00:19 Uhr

Das Thema Wind bleibt nicht allein aus wettertechnischer Sicht in der Region aktuell. Zahlreiche Investorengruppen sind weiterhin auf der Suche nach Windeignungsräumen für millionenschwere Investitionen.

Jüngste Anfragen in Rehnaer Amtsstuben beschäftigen sich mit dem Gebiet Torisdorf. Mit insgesamt 17 Anlagen könnte dort einer der größten Windparks zwischen Schönberg und Lützow entstehen. Darauf schließen zumindest die Vorentwürfe, die die Investoren beinah wöchentlich den Kommunen und Ämtern in der Region vorlegen.

Das Projekt „Torisdorf“ gilt nicht als Neuentwicklung. Bereits 2012 beabsichtigte nach SVZ-Informationen die Naturwind Schwerin GmbH neun Anlagen in Höhe des Wäldchens Papenhorst als Energiewendeprojekt zu etablieren. Die Löwitzer Bürger reagierten ablehnend. „Dabei bleibt es“, sagt Rehnas Bürgermeister Hans Jochen Oldenburg auf Anfrage der SVZ.

Rund 140 Briefe versendet das Amt Rehna vor zwei Jahren an Löwitzer Adressen. 130 stimmten damals mit Nein, drei mit Ja, eine Enthaltung sowie eine geringe Anzahl nicht zurückgesendeter Fragebögen wurden registriert. „Dieses Ergebnis war Bestandteil der Fusionsverhandlungen zwischen Rehna und Löwitz“, sagt Oldenburg. Folglich sei diese Entscheidung bindend.

Im Herbst 2014 gewann das Projekt Löwitz unter dem Namen der Nachbargemeinde Torisdorf erneut an Bedeutung und erstreckt sich nun im Dreieck Rabensdorf-Falkenhagen-Klein Rünz. Auf Anfrage der SVZ bestätigte Rehnas Bauamtsmitarbeiter Dirk Groth die Anfrage für das Gebiet nordwestlich der Gemeinde Königsfeld. Die Entwurfsplanungen sehen im neu aufgelegten Projekt 17 statt neun Anlagen vor, welche sich nach dem jetzigen Kenntnisstand vornehmlich auf privaten Grund und Boden und nicht auf kommunalen Flächen befinden würden. Bei fortschreitenden Planungen wären die Kommunen somit nicht maßgeblich in eine Entscheidungsfindung mit einbezogen. Wohl aber regionale Landwirte, auf deren Flächen einige der Windkraftanlagen zwischen Klein Rünz und Bülow entstehen könnten. Im Gespräch mit der SVZ gehen Hans Jochen Oldenburg und Dirk Groth insgesamt von einer ablehnenden Haltung der örtlichen Bevölkerung aus. Nicht zuletzt tragen auf Grund ihrer Ortsnähe die bereits vorhandenen Löwitzer Windkraftanlagen zur dieser Einschätzung bei.

Ob und wie die Landespolitik den Bau von Windkraftanlagen schmackhaft gestalten möchte, kann Rehnas Stadtoberhaupt derzeit nicht erkennen: „Es gibt für die Kommunen keinerlei Vorteile. Wir gehen leer aus.“

Klar mit Nein reagierte die Gemeinde Wedendorfersee in 2014. Dort lagen Planungen für fünf Windkraftanlagen im Dreieck Groß Hundorf-Botelsdorf-Kasendorf vor. Weitere fünf Türme waren zwischen Othenstorf-Hanshagen-Blieschendorf vorgesehen. „Hier resultiert die ablehnende Haltung allein aus der Angst vor einem Windpark wie bei Selmsdorf“, sagt Dirk Groth. Dort entstanden anfangs Einzelanlagen. Heute werde die Landschaft von einem Windpark dominiert.

Befürchtungen, die die Mitglieder der Interessengemeinschaft „Gemeinsam gegen den Wind“ in Wakenstädt deutlich artikulierten. Sie protestierten Ende 2014 gegen Planungen von bis zu neun Windkraftanlagen zwischen Gadebusch und Wakenstädt. Aktuell erfolgt in der Nachbarschaft der Aufbau des Windparks Pokrent mit 13 Anlagen.

 

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