Lockwisch : Die etwas andere Fußball-WM

Es ist ihr zweiter Fußball-WM-Titel: die Lüdersdorfer Blutgrätscher gewinnen im Gummistiefelfußball.
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Es ist ihr zweiter Fußball-WM-Titel: die Lüdersdorfer Blutgrätscher gewinnen im Gummistiefelfußball.

In Lockwisch bolzen alle vier Jahre acht Teams in Gummistiefeln um den Weltmeistertitel

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24. Juni 2018, 20:45 Uhr

Viele strahlende Gesichter am Sonnabend in Lockwisch. Der Grund: eine besondere Weltmeisterschaft. In dem kleinen Ort bei Schönberg versuchten Frauen und Männer nicht in Fußballschuhen auf grünem Rasen Tore zu schießen, sondern mit Gummistiefeln auf 20 Kubikmetern unebenem Ostseesand. Für Konstantinus Koventaris aus Tessaloniki eine Premiere: „Meine Eltern wohnen in Selmsdorf. Durch Kollegen und Nachbarn sind wir auf das Turnier aufmerksam geworden“, so der Grieche, der begeistert war. „Klar waren wir ehrgeizig, aber in erster Linie geht es um den Spaß. Und den hatten wir“, sagt Konstantinus Koventaris.

Alle vier Jahre und immer dann, wenn auch die Fifa-WM ausgetragen wird, treffen sich in dem kleinen Dorf Lockwisch acht Teams in Gummistiefeln, um den Gummistiefel-Weltmeister zu ermitteln. Die Teams heißen dann nicht Brasilien, Argentinien oder Deutschland, sondern Lockwischer Dorflümmel, Team Multikulti, die Luden und Lüdersdorfer Blutgrätscher. Und während es bei der FIFA-WM in Russland um die wichtigste Fußballtrophäe der Welt geht, stand bei der 4. Gummistiefel-WM in Lockwisch nur der Spaß im Vordergrund.

Neuer Gummistiefel-Weltmeister sind die Lüdersdorfer Blutgrätscher, die im Finale mit 1:0 gegen das Team Tessaloniki gewannen und damit nach 2010 zum zweiten Mal den WM-Titel gewonnen haben. Gefeiert haben die Blutgrätscher, als hätten sie die FIFA-WM gewonnen. Bei ihrem Trainer Werner Jaschkowiak bedankten sie sich mit einer Bierdusche. Der wusste natürlich, wer für den prestigeträchtigen Sieg verantwortlich ist und sagte mit einem Augenzwinkern: „Unsere Mannschaft war wieder ganz hervorragend eingestellt. Und das Gute war, dass sich die Spieler einig waren und selbst wussten, was sie zu tun haben.“ Drei Wochen lang haben sich die Lüdersdorfer Blutgrätscher auf die Gummistiefel-WM vorbereitet: „Das lange und harte Training hat sich gelohnt“, sagte ein glücklicher Werner Jaschkowiak.

Das Endspiel der Gummistiefel-WM lockte mehrere hundert Zuschauer zur Feuerwehr und war äußerst spannend. „Spielerisch waren wir die bessere Mannschaft“, meint Konstantinus Koventaris, „und wir hatten auch die besseren Chancen, finde ich. Aber am Ende hat uns einfach die Luft gefehlt.“ Für die Spieler war es eine große Herausforderung. Fußball zu spielen mit Stollenschuhen und auf grünem Rasen ist eher kein Problem.

Ein fünf Stunden langes Turnier in Gummistiefeln und auf unebenem Ostseesand dagegen sehr. Nicht nur das Laufen ist anstrengend, auch den Ball anzunehmen und zu schießen äußerst schwierig, sagt Konstantinus Koventaris. „Barfuß ist es schon anstrengend, aber mit Gummistiefeln, das ist nochmal eine andere Liga.“

Dem deutschen Griechen hat die Gaudiveranstaltung im kleinen Lockwisch, die Gemeinde und Feuerwehr des Ortes gemeinsam organisiert haben, super gefallen. „Eine geile Organisation, ein cooler Moderator, eine wirklich super Sache“, sagte der Lübecker. Mit einem Bier in der Hand versprach er: „Wir kommen auf jeden Fall wieder.“

Auch den Einheimischen hats gefallen. „So etwas finde ich toll. Das stärkt den Zusammenhalt unter den Leuten und mit den Nachbargemeinden“, betonte Werner Jaschkowiak. Lockwischs Bürgermeister Reiner Behrens war ebenfalls happy: „Wir als Organisatoren sind sehr zufrieden. Wir haben viel positives Feedback bekommen. Die Leute sind glücklich. Besser gehts nicht.“ Das sah Stadionsprecher Rudi Volk aus Schönberg ähnlich. „Eine schöne Veranstaltung. Die Leute kommen mit ihren Frauen, mit den Kindern. Alle amüsieren sich. Hier wird alles nicht so ernst genommen. Es macht einfach immer Riesenspaß.“
 

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