Die bunte Welt der Zinnfiguren

<strong>Für die Osterausstellung</strong> in der Museumsanlage in Gadebusch hat Christine Szcech Osterhasen aus Zinn bemalt.<fotos>Hans Taken (4)</fotos>
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Für die Osterausstellung in der Museumsanlage in Gadebusch hat Christine Szcech Osterhasen aus Zinn bemalt.Hans Taken (4)

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15. März 2013, 06:24 Uhr

Gadebusch | Sind die unbearbeiteten Zinnfiguren geliefert, dann beginnt die Feinarbeit. Christine Szcech schneidet mit dem Cuttermesser kleine überschüssige Ecken ab, feilt raue Stellen glatt und nimmt dann den Pinsel zur Hand. Jetzt bekommt der silber glänzende Osterhase nebst Schubkarre voller Blumen seinen Anstrich verpasst. Dafür braucht Christine Szcech Zeit, viel Zeit, denn ihr Hobby fordert Geduld und eine ruhige Hand. "Zwei Tage lang wird es wohl dauern, bis der Hase fertig ist", sagt die 52-Jährige. Geduld hat sie, eine ruhige Hand auch - und so wird aus dem kleinen Metallstück ein kleines Kunstwerk.

Bei den Osterhasen kann die Hobbymalerin ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Für die Jacke gibt’s ein helles Grün, das Hemd ist weiß, die Hose rot. Für die Blumen taucht sie die Pinsel in verschiedene Ölfarben, mischt sie, trägt sie vorsichtig auf. Filigranarbeit. "Andere lesen gerne, ich male", sagt Christine Szcech und nimmt eine fertige Figur in die Hand. Der Osterhase in der Hängematte bemalt ein Ei. Die Flachfigur ist rund fünf Zentimeter hoch und fast zehn Zentimeter breit. "Dafür brauche ich rund eine Woche fürs anmalen", sagt die gebürtige Schwerinerin, die dieses Hobby seit rund drei Jahren betreibt.

Im kleinen Arbeitszimmer im ersten Stock eines betagten Gadebuscher Hauses stehen unzählige Zinnfiguren und zwei Arbeitstische. Einer gehört Christine Szcech, der andere ihrem Lebensgefährten Frank Rohmann. Er war es, der sie für diese Art der Freizeitbeschäftigung begeistern konnte. Als Vorsitzender des Kulturhistorischen Vereins 1712 hat Rohmann schon viel Erfahrung mit Zinnfiguren gesammelt. "Damals haben die Vereinsmitglieder und ich uns überlegt, wie man die Schwedenschlacht von vor 300 Jahren den Besuchern anschaulich vermitteln kann", sagt Frank Rohmann. So entstand das 1000 Figuren umfassende Diorama, das die Schwedenschlacht nachstellt und in der Museumsanlage in Gadebusch ausgestellt ist.

Rund 150 bis 200 Figuren werden jährlich im Arbeitszimmer von Rohmann/Szcech bemalt. Die Figuren werden gegossen geliefert. Ritter, Soldaten, Feuerwehrmänner. Für die Bemalung dieser Figuren greift das Duo auf Bücher und Unterlagen zurück. "Wir wollen historisch genau arbeiten", sagt Frank Rohmann und hält eine Zinnfigur hoch. Sie zeigt den schwedischen General Magnus Stenbock zu Pferd. Blau-gelbe Uniform, schwarze Stiefel, gelbe Handschuhe. So ist er auch auf alten Zeichnungen zu sehen - und selbst die Gesichtszüge der Figur sehen dem Original täuschend ähnlich.

Stenbock hat im Moment Pause, denn die Jahreszeit fordert jetzt Osterhasen. 30 Stück hat Christine Szcech in den vergangenen Monaten bearbeitet. Zu sehen sind sie am Ostersonntag, 31. März, von 10 bis 17 Uhr in der Gadebuscher Museumsanlage. Dort findet an diesem Tag die offizielle Saisoneröffnung des Museums mit einem bunten Programm statt. Neben den Zinnfiguren werden auch Holz- und Töpferarbeiten oder Halbedelsteinschmuck gezeigt, Mariette Grützmacher stellt ihre Ölbilder aus, auf einem Flohmarkt gibt es Schnäppchen zu ergattern."Für diesen Flohmarkt suchen wir noch gut erhaltenes Spielzeug, das nicht mehr gebraucht wird", sagt Kornelia Neuhaus-Kühne. Die Spenden können täglich ab 10 Uhr in der Museumsanlage abgegeben werden.

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