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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

19. Oktober 2017 | 18:40 Uhr

Lützow : Die Blitzer-Blümchen mussten weg

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Seit 45 Jahren kümmern sich zwei Lützower Nachbarn um die Straßendeko am Blitzer, jetzt wurde die jedoch verboten.

svz.de von
erstellt am 04.Feb.2015 | 07:45 Uhr

Seit 45 Jahren kümmert sich eine Lützowerin um den Straßenrand an ihrem Haus in der Gadebuscher Straße, direkt am Blitzer in der 50-er Zone. Sie pflanzt Blumen, pflegt die nebenstehende Hecke und räumt sogar den Müll weg, der vom anliegenden Supermarkt hinüber weht. Hilfe bekommt sie dabei von einem ihrer Nachbarn. Der hat ihr drei Zementringe zur Verfügung gestellt, die die beiden Rentner in den Boden eingelassen haben. „Damit bei Starkregen nicht die ganze Erde weggeschwemmt wird“, erklärt der hilfsbereite Nachbar.

Das Problem: Die Gadebuscher Straße endet mit der Bordsteinkante, alles darüber hinaus gehört zur Bundesstraße B104. Zuständig dafür ist das Straßenbauamt Schwerin. Das hat entschieden: Weg mit den Blumen am Blitzer, weg mit den Ringen. „Es bestünde Verletzungsgefahr, würden Mitarbeiter dort zugange sein. Dabei hat dort noch nie jemand einen Finger gekrümmt. Ich habe mich doch darum gekümmert. Die Dorfbewohner haben sich immer an den bunten Blumen gefreut“, meint die nun enttäuschte Anwohnerin.

Vergangene Woche sei die Straßendekoration plötzlich entfernt worden. „Mein Blutdruck war auf 180“, sagt die 73-Jährige Lützowerin.

Auf einem Vor-Ort-Termin sei das Straßenbauamt Schwerin auf die Dekosteine aufmerksam geworden, erklärt Tino Waldraff, der Lützower Bürgermeister. „Es ist schon komisch, dass die Zementringe jahrelang niemanden gestört haben. Aber: Wir als Gemeinde müssen die Anweisung so akzeptieren“, sagt der 30-Jährige.

Gegenstände im Verkehrsraum würden die Sicherheit beeinträchtigen, erklärt Marlies Sommerfeld von der Straßenmeisterei Gadebusch. „Stellen Sie sich vor, es ist dunkel und das Licht fällt dort aus. Fährt dann jemand da rauf oder hält dort an, könne sich derjenige verletzen.“

Dass die Zementringe nicht erst seit gestern dort gelegen hätten, waren Straßenmeisterei und -bauamt bekannt. „Es gab bereits mehrere Aufforderungen, den Verkehrsraum frei zu halten“, sagt Sommerfeld. Die Räumung sei letztlich unausweichlich gewesen.

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