Kreis strukturiert Müllgebühren neu : Die Biotonnen rollen im Nordwest-Kreis an

Die Biotonne hält im Nordwesten bald Einzug.
Die Biotonne hält im Nordwesten bald Einzug.

Die Müllgebühren im Landkreis Nordwestmecklenburg werden sich zum Januar 2015 verändern. Sie werden steigen, nicht dramatisch, eher marginal, im Schnitt um 1,3 Prozent. Grund ist eine Rahmenrichtlinie der EU.

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23. November 2012, 06:54 Uhr

Grevesmühlen | Die Müllgebühren im Landkreis Nordwestmecklenburg werden sich zum Januar 2015 verändern. Sie werden steigen, nicht dramatisch, eher marginal, im Schnitt um 1,3 Prozent. Mit dieser Größenordnung rechnet Stefan Lösel, Geschäftsführer des Abfallwirtschaftsbetriebes des Landkreises.

Für eine 60-Liter-Tonne müssen die Bürger dann beispielsweise bei neunmaliger Entleerung rund 50 Cent mehr im Jahr zahlen. "Wie sich die Verände rungen im Detail bei 120-Liter-Tonnen und 60-Liter-Tonnen auswirken, zeigt sich nach Fertigstellung der Kalkulation", sagt Lösel. Fakt ist: Das Gebührenaufkommen steigt von 2011 mit 3,634 Millionen Euro auf künftig 3,682 Millionen Euro im Nordwesten. Eine Größenordnung, die bis Ende 2016 Bestand haben wird. Lösel: "Die Differenz beträgt 48 000 Euro, die besagten 1,3 Prozent." Diese Veränderungen fußen auf einer Neufassung der Abfallwirtschafts-Rahmenrichtlinie der EU, die in Deutschland über das Kreislaufwirtschaftsgesetz ihre Umsetzung erfährt.

Wertstoffe und Bioabfälle finden darin eine stärkere Berücksichtigung. Statt Gelber Säcke scheint es nun nicht ausgeschlossen, dass die Haushalte eigene Wertstofftonnen für Kunststoffe erhalten. Nach schwarzer und blauer Tonne könnte in Zukunft eine weitere, die orange farbene Wertstofftonne auf Grundstücken zu sehen sein.

Nach acht Jahren erfolgte nun durch den Abfallwirtschaftsbetrieb Nordwestmecklenburg eine komplette Ausschreibung der Leistungen zur Erfassung von Restmüll, dem Einsammeln und Verwerten von Sperrmüll, Elektroschrott, Papier und Pappe. "Wir können trotz strengerer Auflagen davon ausgehen, dass in der Summe die Entsorgung günstiger wird, da die Wertstoffe mehr Ertrag bringen", sagt Lösel. Demnach wäre eigentlich eine Senkung der Abfallge bühren angesagt, aber durch die geforderte Einführung der Biotonne zum 1. Januar 2015 kommt es zur genannten Anpassung um 1,3 Prozent. "Wir haben über die Jahre gut gewirtschaftet und können die neue Verordnung jetzt ohne signifikante Gebührenerhöhung umsetzen", so der Chef des Abfallwirtschaftsbetriebes.

Für die neue Biotonne wird es voraussichtlich einen Anschlusszwang mit Befreiungsmöglichkeiten geben. "Wer in seinem Garten einen Kompost hat, der muss natürlich keine Biotonne vorhalten. Eine Befreiung ist möglich", so Lösel. Den Service zur Nutzung einer Biotonne, den werden aber alle Haushalte über die leicht veränderte Abfallgebühr zahlen. "Wer sich letztlich für die Nutzung einer Biotonne entscheidet, der wird voraussichtlich 50 Euro im Jahr inklusive Abholung zahlen. Darüber muss aber der Kreistag entscheiden", so Lösel. Er rechnet trotz der Möglichkeit einer Kompostierung im eigenen Garten künftig mit rund 6000 Biotonnen im Nordwest-Kreis. Grundlage seiner Konzeption ist eine umfassende Auswertung von Wirtschaftsdaten und Zahlen zur Müllentsorgung im Nordwesten, der Insel Rügen und aus benachbarten Kreisen. Lösels Ziel: Ein vertretbarer Preis bei maximalem Service unter Einbeziehung von Kommunen und regionalen Firmen.

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