Gadebusch : Die besten Pflüger im Wettstreit

Bewertung: Martin Werner (M.) im Gespräch mit den Schiedsrichtern  Fotos: Volker Bohlmann
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Bewertung: Martin Werner (M.) im Gespräch mit den Schiedsrichtern Fotos: Volker Bohlmann

Leistungsschau lockt an die 1500 Gäste nach Gadebusch. Marcel Fröhling holt den Gesamtsieg und Platz drei für Martin Werner

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02. April 2017, 21:00 Uhr

„Lasst die Kisten brummen“ – mit dieser klaren Ansage schickt Wettbewerbsleiter Karsten Dettmann die zwölf Teams beim diesjährigen 16. Pflügerwettbewerb Westmecklenburg in die Wertungsrunden beim Beet- bzw. Drehpflügen. Zwei Stunden Zeit bleiben den Teams, um mit den bis zu 500 PS starken Traktoren inklusive Pflug ihr Können auf dem Acker bei Gadebusch unter Beweis zu stellen. Mehr als 1500 Gäste verfolgen die Leistungsschau.

Dass in diesem Jahr alles anders läuft, spürt Vorjahressieger Torsten Schönsee in der ersten Runde: „Der Pflug ist weggerutscht, er läuft nicht gerade“, sagt der Fachmann von der Karbower AG e.G. nach dem Anpflügen. Die Bodenbeschaffenheit macht dem mehrfachen Sieger zu schaffen. Damit steht er nicht allein da. Herausforderer und Vorjahres Zweitplatzierter Martin Werner von der Agrargenossenschaft Köchelstorf kämpft in einer Senke mit Staunässe. Ein falscher Platz oder eine zu strenge Jury? Auf dem Feld bei Gadebusch wird an mehreren Standorten heiß diskutiert.Folglich ist die Anspannung den Teilnehmer anzusehen.

Nicht wenige bereiteten sich über Tage auf den Ausscheid vor. Insbesondere der Nachwuchs demonstriert, dass Landwirtschaft ein Job mit Anspruch darstellt und einer Wissensvermittlung im richtigen Umgang mit der Natur dient. Das liegt laut Kreisbauernchef Jörg Haase u.a. auch daran, dass der Pflug wieder stärker an Bedeutung gewinnt: „Eine veränderte Düngemittelverordnung erfordert eine qualitativ hochwertige Bodenbearbeitung.“ Nur so lassen sich Ungräser wirkungsvoll in den Griff bekommen. Für Karsten Dettmann heißt das im Umkehrschluss: „Weniger Pflanzenschutzmittel einsetzen.“ Immerhin besteht aus Sicht der Landwirte die Gefahr, dass einige Pflanzen Resistenzen gegen die eingesetzten Mittel entwickeln. Ein guter Mittelweg scheint die Lösung: „Der Pflug begleitet die Menschheit beim Ackern erfolgreich seit gut 5000 Jahren“, fügt Dettmann hinzu.

Ein Wissen, das nicht wenige der teilnehmenden landwirtschaftlichen Betriebe in den Kreisen Nordwestmecklenburg, Ludwigslust-Parchim und der Region Schwerin weitergeben. Das stellten sie bei dem von Kreisbauernverband Nordwestmecklenburg, der Agrar AG Gadebusch und der Babbe GmbH & Co. KG ausgerichteten Wettbewerb unter Beweis.

Vor dem Erfolg ist gutes Augenmaß gefragt. Das demonstriert der Lübesser Ronny Böther im Wettbewerb. Er schaut am Startpunkt über seine Daumenkuppe und gibt dem Teampartner Anweisung zum Aufstellen der Messstäbe: „Beim Anpflügen müssen wir genau mittig fahren.“

Wie goldrichtig der Mann von der Agp Lübesse mbH lag, zeigt sich wenige Stunden später: Platz eins im Beetpflügen für Ronny Böther mit 80,5 Punkten. Vorjahressieger Schönsee verweist er mit 79,5 Punkten auf Rang zwei vor Martin Werner, der den 3. Platz holt. Als Gesamtsieger geht Marcel Fröhling von der LWB Grevesmühlen vom Platz. Er sicherte sich zudem den 1. Platz beim Drehpflügen. Bester Auszubildender wurde Timm Söhnke von der Raiffeisentechnik HSL in Gadebusch.  

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