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Innenstadt - Gadebusch : Die Angst vor dem Ladensterben

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Für ältere Menschen auf dem Landes wird es immer schwieriger, sich mit Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs zu versorgen.

von
erstellt am 17.Feb.2015 | 08:00 Uhr

Ob in Webelsfelde, Campow oder in Schlagbrügge – Einkaufsmöglichkeiten auf dem Lande gab es in fast jedem Dorf. Davon können vor allem ältere Menschen heute nur noch träumen. Für sie wird es immer schwieriger, sich mit Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs zu versorgen.

Kommunalpolitiker sehen diese Entwicklung mit Sorge. „Ja, dieses Problem verschärft sich und trifft vor allem ältere Bürger. Schwer haben es vor allem ältere Frauen“, sagt der Rehnaer Amtsvorsteher Andreas Spiewack. Denn sie hätten oftmals keinen Führerschein und könnten also nicht in den nächst gelegenen Ort zum Einkaufen fahren. Sie seien stattdessen auf Verwandte, Bekannte und Freunde angewiesen, verdeutlicht Spiewack.

Selbst wer es bis in einen Einkaufsmarkt schafft, hat es als älterer Mensch teilweise schwer, weil die Kräfte nicht immer ausreichen. So wünscht sich beispielsweise SVZ-Leser Jürgen Müller (82) aus Schlagsdorf für ältere Menschen eine kleine Sitzgelegenheit in Geschäften. Dies könne für viele ältere Kunden eine große Hilfe sein, sagt Müller am „Heißen Draht“ der SVZ.

Um einkaufen zu können, müssen die Müllers aus Schlagsdorf kilometerweite Fahrten in Kauf nehmen. „Wenn es wieder eine Einkaufsmöglichkeit direkt hier im Ort geben würde, wäre dies das Schönste für uns Ältere. Es ist der Wunsch ganz vieler Menschen“, macht Gertrud Müller klar und spricht aus, was zahlreichen Bürgern auf den Nägeln brennt.

Wie stark die Abnahme der Tante-Emma-Läden in den vergangenen Jahren war, lässt sich bundesweit beziffern. So sank die Zahl der Verkaufsstellen im Lebensmitteleinzelhandel innerhalb von vier Jahrzehnten um fast 75 Prozent, von etwa 150 000 auf 38 000. Das ergab eine Anfrage der Bündnisgrünen zur Sicherung der ländlichen Nahversorgung an die Bundesregierung, das Ergebnis liegt der SVZ vor. „Besonders für ländliche Räume bedeutet der Verlust wohnortnaher Einkaufsmöglichkeiten den Verlust von Lebensqualität“, sagt der Bundestagsabgeordnete Markus Tessel (Bündnis90/Die Grünen). Die Bündnisgrünen fordern daher ein Nahversorgungskonzept mit einer fokussierten Förderpolitik.

Wie wertvoll wohnortnahe Einkaufsmöglichkeiten auf dem Lande sind, zeichnet der Gadebuscher Amtsvorsteher Rico Greger auf: „Läden in den Dörfern sind mittlerweile wie Perlen. Wer sie hat, kann stolz darauf sein.“

 

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