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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

19. Oktober 2017 | 00:22 Uhr

Grevesmühlen : Deutschlands Garnelen-Guru

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Genuss ohne Reue versprechen die Garnelen von Cara Royal – ihr Produzent baut Anlagen in ganz Deutschland und bald auch darüber hinaus

svz.de von
erstellt am 18.Jul.2016 | 11:45 Uhr

„Meine Garnelen kann man roh essen, am besten pur, ohne irgendwelche Soßen, Knoblauch oder in Olivenöl gebraten“, meint York Dyckerhoff, Geschäftsführer und Eigentümer von Cara Royal. Jener Farm, die sich seit 2014 am Stadtrand der ehemaligen Kreisstadt befindet, in unmittelbarer Nähe zum Abwasserwerk des Zweckverbandes, der hier aus Klärschlamm Strom und Wärme erzeugt. „Das ist die perfekte Synergie: Wir nehmen das frische Wasser und die Wärme ab und werden das Abwasser und die Filterrückstände los“, erklärt der gelernte Wirtschaftsingenieur. Das sei aber nicht der einzige Grund, warum er seine Garnelen-Anlage hier gebaut hat. „Das Land unterstützt diese Anlagen, die über einen geschlossenen Kreislauf verfügen“, sagt Dyckerhoff. Die gute Verkehrsanbindung, mit Straße und Bahn, aber vor allem die gute Unterstützung durch die örtlichen Behörden seien weitere Kriterien gewesen. „Ich wurde hier mit offenen Armen empfangen“, berichtet er.

Ursprünglich war York Dyckerhoff als Wirtschaftsingenieur für einen großen Industriekonzern im Ausland tätig, speziell in Amerika. 2006 kehrte er nach Deutschland zurück und beriet Unternehmen, die in Südamerika geschäftlich tätig werden wollten. Dabei ist er mit der Aquakultur in Kontakt gekommen. Dieses Thema hat ihn dann nicht mehr losgelassen. Seine erste Farm baute er dann unter dem Namen Förde Garnelen bei Kiel. „Das ist hier aber die erste Anlage dieser Größe in Deutschland und damit ein Prototyp. Sie dient auch dazu, dass sich potenzielle Investoren, die gern auch so eine Anlage betreiben möchten, ein Anschauungsobjekt haben“, so der Farmer. Er verrät damit gleichzeitig, dass er mit der „Green Aqua Farming“ ein weiteres Unternehmen besitzt, welches sich einzig mit der Konzeption und dem Bau von Garnelen-Farmen befasst. „Eine Anlage habe ich hier gleich nebenan für einen anderen Betreiber gebaut, eine weitere entsteht in München. Dann geht es erst einmal ins Ausland, nach Österreich und in die Schweiz“, schaut der Unternehmer in die Zukunft.

320 000 Garnelen schwimmen ständig in den vier Becken der Anlage, jeweils zwei übereinander. Deren Maße: 35 Meter lang, 5Meter breit, mit einem Wasserstand von einem halben Meter. Die Bäckenlänge kann mittels flexibler Trennwände je nach Wachstumsstadium der Garnelen geteilt werden. „Die Aufzucht ist so getaktet, dass immer zwei Becken mit jeweils 160 000 Postlarven besetzt werden“, erklärt Dyckerhoff. Diese so genannten Postlarven sind etwa ein Millimeter kleine Garnelen, die bereits neun bis zehn Tage alt sind und das Larvenstadium bereits verlassen haben. Derzeit werden sie aus den USA importiert, da es hierzulande keine Anbieter gibt und die Tiere von dort nachweislich ohne Krankheitserreger sind. Auch das Futter kommt noch nicht aus Deutschland, es kommt aus Frankreich, ist zertifiziert und besteht zu 50 Prozent aus Fischmehl. Die andere Hälfte sind Getreide und Soja aus biologischem Anbau. „Bei uns kommt keinerlei Chemie zum Einsatz, keine Antibiotika oder ähnliches“, so Dyckerhoff.

Etwa sechs Monate braucht es, bis die Garnelen bei einer Länge von 15 Zentimetern und einem Gewicht zwischen 24 und 28 Gramm reif für den Verzehr sind.

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