Chefjäger : Der Wolf wird heimisch

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Der stellvertretende Vorsitzende des Kreisjagdverbands rechnet mit einer Rückkehr der streng geschützten Tiere und warnt vor Panikmache

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03. März 2015, 21:00 Uhr

Nach Bekanntwerden möglicher Wolfssichtungen bei Stöllnitz geht auch der Kreisjagdverband davon aus, dass Isegrim nach Nordwestmecklenburg zurückkehren wird. „Mit Sicherheit wird man damit leben müssen, dass der Wolf irgendwann hier wieder heimisch werden kann“, sagt Kreisjägermeister Ralf Siewert gegenüber der SVZ. In diesem Zusammenhang warnt allerdings auch Siewert vor einer Panikmache. „Der Wolf ist im Normalfall so was von scheu, dass er keine Menschen angreift. Wer ein solches Tier sieht, sollte also nicht in Panik verfallen“, rät der Kreisjägermeister.

Isegrim ist auch in Deutschland streng geschützt, da er unter das Washingtoner Artenschutzabkommen fällt. Wer als Jäger einen Wolf dennoch zur Strecke bringt, riskiert den Verlust seines Jagdscheins. Es sei denn, er kann beweisen, dass er in einem so genannten Notstand handelte, er also von einem Wolf angegriffen wurde.

In MV wurden seit 2010 Wolfssichtungen aus der Lübtheener Heide (Rudel mit fünf Jungen), Retzower Heide, Kyritz-Ruppiner Heide, Ueckermünder Heide (Rudel mit vier Jungen), ein wandernder Wolf auf der Insel Koos und ein Rüde im Sternberger Seenland gemeldet.

Inzwischen gibt es Anzeichen dafür, dass Isegrim auch in Nordwestmecklenburg heimisch werden könnte. So war vor wenigen Wochen eine Spur im Schnee bei Zickhusen entdeckt worden, die von einem Wolf stammen soll. Darüber hinaus meldete der Stöllnitzer Jäger Heinz Ingram Rudolph mögliche Wolfssichtungen. In einem Fall hätten sich 69-jährige Jäger und das Raubtier in einer relativ kurzen Entfernung gegenüber gestanden. „Das waren schätzungsweise 50 Meter – bei Mondschein gegen 22 Uhr. Ich hatte mein Fernglas dabei“, so Heinz Ingram Rudolph.

Pro
Volker Bohlmann

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Die Natur reguliert sich selbst
Der Wolf kehrt zurück. Das klingt  noch ungewohnt, ist aber eigentlich ein ganz normaler Prozess.  Heute wird er von den Menschen nicht  als Bedrohung wahrgenommen. Das ist gut so. Die Tiere  verdienen einen respektvollen Umgang.  Sie sind eine  Bereicherung unseres Ökosystems und tragen   zu dessen Selbstregulierung bei.  Das betrifft die Wildbestände und  auch die Wolfspopulation selbst. Das gefällt sicherlich nicht jedem Weidmann. Allerdings  sind die Zeiten,  in denen der Mensch  aus  Hunger sowie egoistischen Gründen  über gut und böse  in den Wäldern  entschied, längst vorbei.
 

Kontra
Michael Schmidt

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Frei zum Abschuss
Er ist wieder da, der Wolf. 150 Jahre lang war er von der Bildfläche verschwunden, von Menschen ausgerottet. Soll seine Rückkehr bejubelt werden? Nur bedingt! Denn  ein Wolf kann eine Gefahr für Haus- und Nutztiere werden. Wolfs-Angriffe auf Hunde und Schafe hat es bereits gegeben. Zuletzt gesichtet wurde ein Wolf gar an einem niedersächsischen Waldkindergarten. Zum Spielen war er wohl nicht dort.  Solche Problem-Wölfe, die jegliche Scheu vor Menschen verloren haben, sollten zum Abschuss freigegeben werden. Wer sie mit Gummigeschossen vertreiben will,  verlagert das Problem lediglich an einen anderen Ort.

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