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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

18. Dezember 2017 | 14:06 Uhr

Gadebusch : Der verschwundene Wochenmarkt

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Händler werfen in Gadebusch das Handtuch. Bürgerin wünscht sich Vielfalt zurück

svz.de von
erstellt am 24.Apr.2014 | 00:00 Uhr

Bunte Schirme, duftendes Obst und Gemüse und ein Marktplatz voller Menschen, die gemütlich schlendern, einkaufen und sich unterhalten – so war der Gadebuscher Wochenmarkt früher einmal. „Nach der Wende war alles voll mit Ständen“, erinnert sich Marie-Luise Boeck. Jetzt sei an Markttagen oft nicht ein einziger Stand da. „Früher gab es hier acht bis neun Stände. Aber es wurde im Lauf der Zeit immer weniger“, erzählt die Rentnerin.

„Die ersten Jahre war das toll mit dem Markt“, sagt Marie-Luise Boeck. „Der Wochenmarkt war ein Treffpunkt. Man hat Leute gesehen, die man sonst nicht so oft trifft.“ Und so solle es ja auch sein, findet sie. „Heute ist hier gar nichts mehr. Das ist schon die ganze Zeit so trauig. Das ist doch kein Markt mehr.“ Doch welcher Händler komme noch hierher, wenn hier keine Leute seien, fragt sich die Rentnerin.

Andreas Lausen, Leitender Verwaltungsbeamter vom Amt Gadebusch kennt die Problematik: „Mit dem Wochenmarkt befasst sich die Agenda-Gruppe der Stadt seit zwölf Jahren.“ Nach und nach hätten viele Händler es aufgegeben nach Gadebusch zu kommen, um ihre Waren zu verkaufen, sagt Lausen. Sie machten schlicht keinen Umsatz. „Ein Händler sagte mir einmal, dass es zu viel Konkurrenz durch die fünf Supermärkte hier gebe, dort sei es billiger“, erklärt Lausen.

Marie-Luise Boeck liegt der Wochenmarkt in Gadebusch dennoch am Herzen: „Ich würde mir wünschen, dass zumindest ein paar Stände wieder herkommen“, sagt sie. „Wir haben auch schon vorgeschlagen, den Markt einen Tag unten in der Stadt zu machen und an einem anderen Tag in der Erich-Weinert-Straße, weil dort die Leute wohnen, die zum Markt gehen würden“, erzählt die Rentnerin. „Warum geht das nicht? Ich bin bestimmt nicht die einzige, die sich ärgert.“

Mit diesem Anliegen konfrontiert, weist Andreas Lausen darauf hin, dass der Standort des Wochenmarktes bereits mehrfach auf Wunsch der Bürger und Händler verlegt wurde – vom Marktplatz in die Erich-Weinert-Straße oder die Lübsche Straße. Am Umstand, dass der Markt nicht gut besucht wurde, änderte das wenig. Dass der Wochenmarkt ganz abgeschafft würde, sieht Lausen nicht. „Aber die Nachfrage fehlt“, macht er deutlich. Die Bürger würden durch ihr Kaufverhalten selbst entscheiden, ob es einen Markt gebe oder nicht, so der Verwaltungschef.


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