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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

21. November 2017 | 02:11 Uhr

Ausstellung in Wismar : Der vergessene Flugpionier

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Im Phantechnikum erinnert eine neue Ausstellung an den mecklenburgischen Abenteurer und Forscher Gunther Plüschow.

svz.de von
erstellt am 26.Okt.2017 | 05:00 Uhr

In Argentinien ein Held, in seiner mecklenburgischen Heimat weitestgehend unbekannt: Gunther Plüschow. Im Phantechnikum Wismar wurde jetzt die Sonderausstellung „Gunther Plüschow – Flugpionier. Forscher. Abenteurer.“ eröffnet. Bis zum 29. April 2018 erzählen außergewöhnliche Exponate spannende Geschichten aus dem Leben des Mannes, der als „Flieger von Tsingtau“ Berühmtheit erlangte.

Wer aber war der Mann, über den man in seiner Heimat kaum etwas weiß? Wer war der vergessene Flugpionier? Gunther Plüschow brach am 15. September 1925 zu seiner ersten Südamerika-Expedition auf. „Parma” hieß der Viermaster, mit dem er nach Chile, Peru und Ecuador segelte. Zehn Jahre später führte ihn seine zweite Expedition um die Welt. Gleichzeitig brachte der Ingenieur Ernst Dreblow sein Wasserflugzeug Heinkel HD 24 W mit dem Kennzeichen „D-1313“ nach Chile. Aus der Luft erkundeten die beiden Abenteurer fortan mit einem Opernglas ihre Routen. Der erste große Flug ging in das argentinische Ushuaia. Mit an Bord war ein Postsack und damit die erste, von Punta Arenas ausgehende Luftpost. Später überquerte das waghalsige Double als erste Menschen die Darwin-Kordillere auf der großen Feuerlandinsel, das Kap Hoorn und die Torres del Paine in Patagonien und brachte von seinen Reisen zahlreiche Fotos und Fimmaterial von vielen bis dahin unerforschten Gebieten mit. Am 28. Januar 1931 stürzten Gunther Plüschow und Ernst Dreblow auf ihrem Rückflug ab, wobei beide ums Leben kamen.

„In der Sonderausstellung im Technischen Landesmuseum wird auch ein Wrackteil der Maschine gezeigt, mit der es die beiden Abenteurer mit einem Minimum an Ausstattung und Ausrüstung oft unter Lebensgefahr unterwegs waren“, erzählt Gerhard H. Ehlers. Der Plüschow-Experte hatte das Metallteil von einem seiner bislang neun Reisen aus Argentinien mit nach Deutschland gebracht und wie alle anderen Ausstellungsstücke auch dem Phantechnikum zur Verfügung gestellt. Die Wismarer Ausstellung selbst hat er Guntholf Plüschow, dem am Sonntag im Alter von 99 Jahren in Kanada verstorbenen Sohn des mecklenburgischen Flugpioniers , gewidmet.

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