Wismar : Der schwimmende Koloss

Zwerg schleppt Riese ab: Der 33 Meter lange Schlepper „Kiel“ nahm das 140 Meter langen Schwimmdock in Wismar an den Haken. In der Hansestadt wurde das Trockendock unter anderem umfangreich instandgesetzt.
Zwerg schleppt Riese ab: Der 33 Meter lange Schlepper „Kiel“ nahm das 140 Meter langen Schwimmdock in Wismar an den Haken. In der Hansestadt wurde das Trockendock unter anderem umfangreich instandgesetzt.

Ein 140 Meter langes und 29 Meter hohes Schwimmdock verließ jetzt die Werfthalle von Nordic Yards

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04. August 2015, 08:00 Uhr

„Aus solcher unmittelbaren Nähe sieht dies alles wirklich gewaltig aus“. Diese Feststellung teilten etliche Besucher der Wendorfer Seebrücke. Denn das, was da an ihnen vorbeizog, war kein Schiff, aber dennoch von bemerkenswerter Wuchtigkeit und Größe. Immerhin handelte es sich um ein 140 Meter langes und 29 Meter hohes Schwimmdock, das von zwei Schleppern an den Haken genommen wurde und seine Fahrt Richtung Schleswig-Holstein antrat.

Etwa 30 Minuten zuvor steckte der schwimmende Koloss bereits seine Nase aus der Schiffbauhalle am Wismarer Standort von Nordic Yards. Denn dort wurden der Umbau und die Instandsetzung jetzt erfolgreich und termingerecht abgeschlossen. Der Schleppzug nahm Kurs in Richtung Kiel und wird durch den Nord-Ostsee-Kanal bis nach Rendsburg fahren. Am dortigen Werftstandort in Schacht-Audorf endet die Schleppaktion.

In Wismar wurde das Dock zunächst in Position gebracht, um anschließend Brückenkrane und Auslegerkran zu installieren. Nach der Inbetriebnahme wartet in Schacht-Audorf ein Yacht-Neubau auf das Eindocken.

Bereits im Mai dieses Jahres erreichte das Trockendock die Wismarbucht. Schwerpunkt der Werftandienung war neben planmäßiger Wartungsarbeiten eine so genannte Traglasterhöhung des Schwimmdocks um 600 Tonnen.

Zu diesem Zweck musste die vordere Plattform abgetrennt werden, um dort einen zusätzlichen Tank zu installieren. Zudem erhielten die seitlichen Überstände zwei Schwimmkörper. Den Abschluss bildeten Konservierungsarbeiten.

„Mit den langfristig geplanten Instandsetzungsarbeiten unseres Schwimmdocks, insbesondere aber mit dessen zukünftiger Traglast von 4  600 Tonnen, optimieren wir nach dem erfolgreichen Erwerb des neuen 100-Tonnen-Auslegerkrans im vergangenen Jahr weiter unsere schiffbaulichen Fertigungskapazitäten", begründete Rolf Leger, Geschäftsführer der Lürssen-Kröger Werft diese Maßnahme. Die Traglasterhöhung ermögliche der Werft zudem als hoch spezialisierten Anbieter größerer Yachten weitaus mehr Gestaltungsspielraum im Neubau- und Refit-Geschäft.

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