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Friedliche Revolution : Der Rückblick hat sich abgekühlt

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Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Gut 300 Besucher gedachten in Proseken der ersten Großveranstaltung des Neuen Forums im Oktober 1989

svz.de von
erstellt am 19.Okt.2014 | 23:17 Uhr

„Wer die Geschichte kennt, kann Zukunft prägen” – so lautete das Motto einer Veranstaltung am vergangenen Sonnabend in der Kirche Proseken, die an die erste Großveranstaltung des Neuen Forums für Wismar und Umgebung am 18. Oktober 1989 erinnern sollte. Gut 1000 Besucher inner- und genauso viele außerhalb der Kirche hatten sich seinerzeit in Proseken eingefunden, um ihrem Unmut über die Verhältnisse in der damaligen DDR Ausdruck zu verleihen. Immerhin 300 Besucher, darunter neben Vertretern aus Kommunal-, Landes- und Bundespolitik vor allem aber auch Gründungsmitglieder des Neuen Forum sowie zahlreiche Weggefährten ließen es sich nunmehr anno 2014 nicht nehmen, an die damaligen Geschehnisse zu erinnern.

Doch 25 Jahre nach der Friedlichen Revolution 1989 galt es, nicht nur Rückschau zu halten, sondern auch Antworten für die Zukunft zu geben. Dies versuchte Dr. Andreas Wagner in seinem Referat. Wie erinnern wir uns heute in Ost und West an die friedliche Revolution im Herbst 1989? Welche Bedeutung hatte die damalige Bürgerbewegung für den Umsturz der DDR? Und wie hat sich der Blick auf die Vergangenheit aus heutiger Sicht verändert? „Bereits Ende 1989 trat die Rolle der Bürgerbewegungen schnell in den Hintergrund und wurde überstrahlt durch den Mauerfall am 9. November, durch diese überschäumende euphorische Freude der Menschen“, so der Leiter des Informationszentrums zur innerdeutschen Grenze „Grenzhus Schlagsdorf“. „Der Rückblick hat sich abgekühlt. Unüberschaubar ist eine Historisierung der Vergangenheit.“

Zahlreiche Denkanstöße gab es an diesem Spätnachmittag in der 800 Jahre alten Kirche von Proseken dennoch. Und die Aufarbeitung der damaligen Tage ist mit Sicherheit noch nicht abgeschlossen. Eine Frage, die auch heute, 25 Jahre danach, im Raum steht, müssen sich denn auch die Wismarer Kirchen gefallen lassen. Nämlich, warum sie im Herbst 1989 ihre Türen geschlossen hielten? Erst nach der Veranstaltung am 18. Oktober in Proseken öffnete St. Nikolai als erste große Wismarer Kirche ihre Tore für Veranstaltungen der Bürgerbewegung der damaligen Tage.

In einem zweiten Referat beschäftigte sich am Sonnabend der Berliner Politikwissenschaftler und Journalist Reinhold Vetter mit der politischen Wende aus der Sicht Osteuropas. Umrahmt wurde die Veranstaltung in der Prosekener Kirche von Orgelmusik und dem Duo „Kompromisten“ aus Wismar.

 

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