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Zwischen Krembz und Rögnitz unterwegs : Der Retter von Fürst Blücher

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Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

André Beutler-Koch ist auf der Suche nach alten Apfelsorten, um diese der Nachwelt zu bewahren

svz.de von
erstellt am 25.Sep.2016 | 21:00 Uhr

„Was macht der denn da?“, mag sich so mancher Autofahrer am Sonnabend auf den Straßen rund um Krembz, Gadebusch und Rögnitz gefragt haben. Mit Strohhut und Tablet-PC war da ein junger Mann unterwegs. Sein Name: André Beutler-Koch. Seine Mission: die Rettung alter Apfelsorten.

Sie hören auf den Namen Gelber Richard, Fürst Blücher, Gravensteiner, Goldparmäne oder – ganz heroisch – Ruhm aus Kirchwerder. Das klingt nicht nur gut, sondern schmeckt vor allem auch so, meint der Mann und gönnt sich eine kleine Pause. Doch leider geraten diese alten, bei uns heimischen Apfelsorten immer mehr in Vergessenheit. „Deshalb erfasse ich im Gebiet des Biosphärenreservats die Obstgehölze und suche gezielt nach alten Apfelsorten, um diese zu bewahren, damit sie nicht verloren gehen“, sagt André Beutler-Koch. Und das nicht nur auf Streuobstwiesen, sondern auch auf den Straßen. So massive Vorkommen von Obstgehölzen wie im Biosphärenreservat seien selten im Norden Deutschlands. Dies sei darauf zurückzuführen, dass dies früher ein historisches Obstanbaugebiet war, meint der 41-Jährige, der hauptberuflich als Biologe beim Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe tätig ist. Die Mission „Rettung alter Apfelsorten“ erledigt er rein ehrenamtlich.

Und während er so die Straßen landauf landab abklappert, sammelt er von „verdächtigen“ Bäumen jeweils fünf bis sechs Äpfel in eine Papiertüte, um sie später mit Unterstützung von Jens Meyer, einem erfahrenen Pomologen aus Kuhlrade bei Carlow, zu bestimmen. Das Besondere an seiner Arbeitsweise jedoch ist, dass er den Standort der zu den eingesammelten Äpfeln gehörenden Bäume dank GPS-Satelliten-Navigationssystems und Tablet PC noch vor Ort kartieren kann. Das ermöglicht es ihm, den jeweils gewünschten Baum im Nachhinein problemlos und ohne großes Suchen wiederzufinden. Hat der Hobby-Pomologe eine alte Sorte entdeckt und bestimmt, werden die Reiser genannten Triebe abgeschnitten und auf anderen Bäumen veredelt. „Dort kann er sich weiterentwickeln und bleibt als Sorte erhalten“, freut André Beutler-Koch.

Die Früchte der alten Apfelsorten finde man in keinem Supermarkt. Größe, Aussehen und Gewicht entsprächen nicht deren Kriterien. „Aber geschmacklich“, so der Apfel-Fan, „sind sie einfach sensationell!.“

 

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