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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

21. November 2017 | 00:11 Uhr

Ernte : Der Regen drückt das Korn

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Kreisbauernverband zieht positive Bilanz der bisherigen Ernte . Regen könnte Weizenernte gefährlich werden

svz.de von
erstellt am 05.Aug.2014 | 00:37 Uhr

Die Landwirte im Landkreis Nordwestmecklenburg haben mittlerweile Gerste und Raps eingeholt und der Kreisbauernverband zieht eine erste Bilanz. „Die bisherige Ernte ist für uns sehr zufriedenstellend“, sagt Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Petra Böttcher auf Nachfrage unserer Zeitung.

Die Ernte der Gerste habe im gesamten Kreis zwischen 70 und 100 Dezitonnen eingebracht und der Raps um die 41 bis 48 Dezitonnen. „Mit diesen Erträgen haben wir ungefähr den gleichen Schnitt, wie im vergangenen Erntejahr geschafft – und 2013 war schon ein sehr gutes Jahr“, so die Geschäftsführerin. Besonders erfreulich sei für die Landwirte, dass in diesem Sommer weniger in die Trocknungskosten investiert werden musste: „Durch die teilweise sehr heißen Sommertage sind Gerste und Raps in weiten Teilen des Kreises gut getrocknet, sodass die Bauern bereits 14 bis 16 Prozent pro Hektar der Gerste und im Schnitt neun Prozent des Raps gedroschen haben.“

Nach Einschätzung des Landesbauernverbandes in Neubrandenburg wird beim Raps mit den diesjährigen Ernteerträgen ebenfalls an das Rekorderntejahr 2013 angeschlossen, so Frank Schiffner, Sprecher des Landesverbandes.

Lediglich entlang der Küste habe es Probleme bei der Rapsernte gegeben, informiert Geschäftsführerin Petra Böttcher. Denn durch den Wind und die Wärme sind die Pflanze sehr hoch gewachsen und dadurch nicht gleichmäßig gereift. „Die oberen Blüten waren überreif, aber die unteren noch grün. Deshalb wussten die Landwirte nicht, wann der geeignete Zeitpunkt zum Einholen war“, so Petra Böttcher.

Der jüngste Platzregen ist wenig förderlich für die derzeitige Mais- und Weizenernte. Die Blätter der Maispflanzen rollen sich bereits ein, dadurch könnte sich die Maiskolbenbildung verlangsamen, berichtet Petra Böttcher. Auch die Weizenernte wird für die Bauern noch ein Spiel mit dem Wetter: „Zwar haben viele schon gut 20 Prozent Weizen eingebracht, aber der Rest auf den Äckern muss jetzt trocknen.“ Sollte es weiterhin stark regnen, könnten die Proteinwerte und Fallzahlen, die wichtig für die spätere Backqualität sind, sinken. Dies hätte zur Folge, dass der Preis dafür rapide abfallen würde.

Ein großes Manko der diesjährigen Ernte: „Die Preisgestaltung ist sehr schlecht“, sagt Petra Böttcher. Momentan werden für eine Tonne Raps 30 Euro gezahlt. „Das entspricht ungefähr 15 bis 20 Prozent weniger, als noch im Jahr zuvor“, klärt Frank Schiffner vom Landesbauernverband weiter auf. Grund dafür sei auch die erwartete hohe Erntemenge in anderen Ländern Europas, weshalb die Preise sinken. Für Gerste würden 5 bis 8 Prozent weniger gezahlt als 2013.

Petra Böttcher fügt hinzu, dass sich die Landwirte der Region im Vorverkauf hätten absichern sollen und darauf im kommenden Jahr achten müssen.

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