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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

18. November 2017 | 09:42 Uhr

Wir in Utecht : Der Räucherpapst und Spengler

vom

Der Unternehmer Jonny Netz räuchert für sein Leben gern und steigt anderen aufs Dach

svz.de von
erstellt am 08.Dez.2015 | 15:08 Uhr

Mit Bayern hat Jonny Netz normalerweise nicht viel am Hut. Aber bei  seiner Berufsbezeichnung griff der Mecklenburger aus werbestrategischen Gründen  auf eine Formulierung aus Süddeutschland zurück. Und so nennt sich der Ur-Campower Spengler, eine Bezeichnung für das Klempnerhandwerk.

Den Beruf  hat Jonny Netz von der Pike auf gelernt. So absolvierte er in Gadebusch  einst die Ausbildung zum Installateur, wechselte später zur LPG und war bis 1990 dort als Schlosser tätig. Dann war er im Alter von 33 Jahren einer der Ersten, der nach dem Mauerfall das Handtuch bei der LPG schmiss und sein Geld als angestellter Handwerker in Schleswig-Holstein  verdiente. 2009 machte er sich selbstständig, gründete seinen Ein-Mann-Betrieb. „Bereut habe ich den Schritt in die Selbstständigkeit nie“, sagt der Vater  zweier Töchter  und Opa von vier Enkelkindern.

Seit dem steigt er  anderen aufs Dach, zum Beispiel dem  Schönberger Büromöbelhersteller Palmberg. Auch der  Ratzeburger Dom war schon eine seiner Baustellen. Denn der Spengler aus Mecklenburg ist spezialisiert auf die Herstellung von Dachbeschlägen aus Schiefer ebenso wie aus Kupfer, Zink  und anderen Materialien.

Vom dem, was der Campower  macht, können sich andere manchmal eine Scheibe abschneiden. Denn  in seiner Freizeit stellt Jonny Netz den wohl delikatesten Schinken von ganz Campow her. Dazu  lässt der „Räucherpapst“  seine Spezialitäten wochenlang im kalten Rauch hängen. Schon sein Großvater, der in Campow einst eine Fleischerei und einen Gasthof betrieb, war Räucherspezialist.

Zu jener Zeit war Campow mit vier Gasthöfen inklusive Übernachtungsmöglichkeiten übrigens ein gefragtes Ziel bei Urlaubern und Wochenend-Ausflüglern aus dem Großraum Hamburg. „Sogar auf dem Heuboden haben sie damals bei uns im Sommer übernachtet“, sagt Jonny Netz.  Zum Ratzeburger See waren und sind es nur ein paar Schritte. Auf eben diesen See fährt der Handwerker an manchen Tagen früh morgens mit einem Boot hinaus, wenn er Ruhe haben und die Natur genießen will. Es gebe kaum etwas Schöneres, als dabei den Seeadler zu beobachten, schwärmt Jonny Netz.

Manchmal kehrt der Campower mit einem großen Fang zurück. Denn der Angelsport ist ein weiteres Steckenpferd des Hechtjägers.

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