Raiffeisen-Handelsgenossenschaft Rehna : Der Mann mit der Kohle

Die ersten Kohle-Fuhren 2013 sind schon ausgefahren.
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Die ersten Kohle-Fuhren 2013 sind schon ausgefahren.

Über 540 Tonnen Kohle verkaufte die Raiffeisen-Handelsgenossenschaft Rehna im vergangenen Jahr. Zwischen April und Juni wird vornehmlich eingekellert, doch die ersten Fuhren 2013 sind schon ausgefahren.

svz.de von
11. Januar 2013, 05:57 Uhr

Rehna | Mit Schwung zieht Klaus-Dieter Töllner die blaue Plane weg, die die Kohle auf dem Materialhof des Raiffeisen-Markts in Rehna vor dem Schneegestöber schützt. Dann setzt er sich in einen Radlader und schiebt die Schaufel in den Berg mit Ganzstein-Kohle, um sie in den Multicar zu kippen. Jetzt hilft noch die Baumaschine, später ist Muskelkraft gefragt.

Klaus-Dieter Töllner ist 59 Jahre alt, von kräftiger Statur und ein Mann, der zu packen kann. Und das ist in seinem Job auch nötig, denn als einer von drei Material-Auslieferern des Raiffeisen-Marktes in Rehna hat er oft schwer zu tragen. "Diese Kohle hier", sagt Töllner und zeigt auf die volle Ladefläche, "müssen wir beim Kunden mit der Forke in Drahtkörbe verladen". Bei der Bruchkohle, die einen Haufen weiter liegt, und von der Töllner später am Tag noch eine Tonne nach Demern fahren wird, ist es einfacher. "Die wird nur ausgeschüttet."

Auch wenn die Haupteinlagerungszeit von Kohle zwischen April und Juni liegt - auch jetzt gibt es ein paar Fuhren zu machen. "Manche haben nicht so viel Platz für den ganzen Wintervorrat", kennt Raiffeisen-Mitarbeiterin Marita Haverland einen Grund, warum mehrmals im Jahr geordert werde.

In einer großen Halle lagern Baustoffe des Raiffeisen-Marktes. Gleich rechts neben dem Rolltor stapeln sich drei Paletten mit Briketts in die Höhe. Beim Aufladen aufs Transportfahrzeug hilft der Gabelstapler, beim Abladen müssen sich Töllner und Co. selber helfen. "Wir haben Kunden, die bestellen auch eine ganze Palette", sagt Töllner. Eine Palette fasst 40 Bündel, ein Bündel wiegt 25 Kilo - und so wird eine Tonne schon einmal geschultert und bei Bedarf auch bis in den Kohlenkeller gebracht.

"Ich brauche vier Säcke Brennholz", sagt ein Kunde und fährt mit seinem Pkw ans Materiallager heran. Der Mann wohnt in Kasendorf und braucht das Holz, um Kohle für seine Schwerkraftheizung zu entzünden. "Um 5 Uhr morgens mache ich täglich das Feuer an, damit es im Haus warm wird", sagt der 40-Jährige. Über zwei Tonnen Kohle hat er bereits eingelagert. Doch 2014 ist für ihn Schluss mit Kohle. "Dann kommen Solarplatten aufs Dach", sagt er und lädt sein Holz ein.

Kohle und Holz sind trotz anderer Energiequellen immer noch gefragt. Kamine im Wohnzimmer liegen im Trend. Das weiß auch Heike Grade, Chefin der Raiffeisen Handelsgenossenschaft eG in Gadebusch. "2012 haben wir 542 Tonnen Kohle verkauft", sagt Grade. Erst gestern sei wieder neue Kohle angeliefert worden. Auf Töllner und seine Mitstreiter wartet neue Arbeit.

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