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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

19. November 2017 | 17:15 Uhr

Der Luftbildatlas ist sein Meisterwerk

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erstellt am 01.Nov.2013 | 09:19 Uhr

Wismar | Wenn man vom echten Nordlicht Hans-Joachim Volster, genannt Hanjo spricht, heißt es in Fachkreisen, die Kamera sei sein drittes Auge. Übertrieben ist dies nicht, denn der heute 72-Jährige kreative Mann vom Fach sprüht noch immer von Ideen und voller Tatendrang. Bereits mit 23 Jahren bestand er mit Bravour die Meisterprüfung und gilt seit Jahren als der vielseitige Fachmann zu Lande, zu Wasser und in der Luft.

Sein Wahlspruch heute: "Solange ich noch in den kleinen, engen einmotorigen Cessna-Flieger passe, will ich gern noch weiterhin einiges bewegen." Den Beweis hat er jetzt einmal mehr geliefert, einen Luftbildatlas, der mehr hält, als nur der Name sagt. "Einen Prachtband" nennt gar Wismars Bürgermeister Thomas Beyer die kürzlich bei Hugendubel erschienene, großformatige Edition im XXL-Format. Diese unterscheidet sich erheblich von vorangegangenen Arbeiten, wie das "Wismarer Altstadtlexikon" vom Vorjahr. Auch dies war bereits ein echter Renner. Doch erst das jetzige Format lässt Fachleute wie Amateure gleichsam erkennen, wie großartig die mehr als 200 gekonnten Aufnahmen aus der Vogelsperspektive wirklich sind. Und er tritt damit den Beweis an, wie wundervoll und erlebenswert das Land an der Wismarbucht gerade aus luftiger Höhe ist.

Etwa 1000 Fotos schoss Volster aus der wackligen und meist vibrierenden, kleinen Maschine. Kein leichtes Arbeiten, wer schon einmal dass Gefühl erlebte, wie der extreme Windzug an der Kamera reißt, steckt man das Teleobjektiv durch das kleine Klappfenster der Seitenscheibe. Ein Neuling wird zunächst überrascht sein, wie viele unscharfe Wackelbilder zunächst entstehen. Natürlich sind es viele Details seiner Hansestadt, die sanierten Altstadthäuser, Kirchen und Wohngebiete, die er von oben abgelichtet hat. Aber auch gewachsene Gewerbegebiete, Bauernhöfe wie Inseln im gelben Rapsblüten-Meer oder das maritime Flair an der Küste, alles findet sich, bildhaft wohl sortiert auf den Seiten wieder. Nicht nur das Format, sondern die Qualität an sich macht dieses Bilderbuch im ganzen Land einmalig.

"Für spätere Generationen sind die Fotos von Hanjo Volster eine Fundgrube des Wissens um eine Zeit, die so leicht nicht wiederkommt", heißt es im Vorwort vom Wismarer Ortschronisten Detlef Schmidt. Er hat dem Luftbildatlas mit seinen interessanten Texten, Fakten und wissenswerten Beigaben eine Stimme gegeben. Und dies schon zum zweiten Mal, wie in erfolgreicher Teamarbeit zum "Wismarer Altstadtlexikon".

Fehlt noch ein dritter, der zum Gelingen dieses Werkes beitrug, Wilfried Mielke. Der fliegerische Haudegen, Berufspilot, Fluglehrer und Flugplatzchef von Müggenburg machte es mit seinem fliegerischen Gespür für Wind und Wetter möglich. "Er war immer das fliegende Auge für mich", konstatiert Hanjo Volster. Und der hat nicht gezählt, wie oft er gemeinsam mit dem Fliegerprofi schon vom Boden abgehoben hat. Doch im Leben tat er es nie. Trotz seiner Erfolge und fachlichen Kompetenz rückte er seine Person nie in den Vordergrund. Die Edition ist in limitierter Auflage von nur 250 Exemplaren bei Hugendubel erschienen und inzwischen fast vergriffen.

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