Kooperation mit Flughafen Lübeck : Der Landkreis NWM will hoch hinaus

Der Landkreis Nordwestmecklenburg setzt auf den Flughafen Lübeck als Standortfaktor zur Ansiedlung von Unternehmen.
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Der Landkreis Nordwestmecklenburg setzt auf den Flughafen Lübeck als Standortfaktor zur Ansiedlung von Unternehmen.

Die Nähe zum Airport soll weitere Unternehmen nach Nordwestmecklenburg locken

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18. Januar 2018, 05:00 Uhr

Hochfliegende Pläne schmiedet derzeit der Landkreis Nordwestmecklenburg. In der Verwaltungsspitze denken die Verantwortlichen darüber nach, mit dem Flughafen Lübeck eine Kooperation einzugehen. Vertreter von Landkreis, Unternehmerverband und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordwestmecklenburg sowie dem Flughafen trafen sich bereits zu einem ersten Gedankenaustausch neben der Start- und Landebahn.

„Eine wichtige Rolle könnte der Regionalflughafen bei Ansiedlungsanfragen sowie als Verkehrsdrehkreuz für Firmen aus Nordwestmecklenburg spielen“, heißt es in einer Erklärung des Landkreises auf dem Internetportal Facebook. Vor allem als Standortfaktor zur Neuansiedlung von Unternehmen im Nordwesten rückt der Flughafen in der benachbarten Hansestadt dabei in den Mittelpunkt des Interesses. So sei es für Geschäftsreisende aus oder nach Nordwestmecklenburg möglich, in Lübeck Charter-Flugzeuge anzufragen und – statt über Hamburg oder Berlin – auf direktem Wege das Ziel der Geschäftsreise anzufliegen. Nach Aussage von Petra Rappen könne das insbesondere für internationale Investoren, die eine bestimmte Entfernung oder Fahrzeit zu einem Gewerbestandort als Ansiedlungsvoraussetzung formulieren, eine wichtige Rolle spielen. „Besonders der letzte Punkt erscheint uns zum gegenwärtigen Zeitpunkt interessant und spruchreif und soll auf entsprechenden Veranstaltungen der Unternehmerschaft in Nordwestmecklenburg in den nächsten Monaten vorgestellt werden“, sagt die Pressesprecherin des Landkreises.

Dabei hatten die Lübecker Flughafen-Betreiber die Zielgruppe aus der östlichen Nachbarschaft für ihre Geschäftsaktivitäten bislang offensichtlich noch gar nicht auf dem Zettel. „Bei unserem Besuch auf dem Flughafen wurden wir mit großen Augen angeschaut. Motto ,Wo kommt ihr denn her?‘. Die hatten ihren Blick in der Vergangenheit wohl nur nach Westen gerichtet“, erzählt Dirk Dönges. Das galt es nach Aussage des Geschäftsführers der Rehnaer Awek Protech GmbH anzusprechen und zu korrigieren: „Und das ist uns auch gelungen.“

Viele potenzielle Investoren würden in Mecklenburg-Vorpommern nur ein Land mit großen, leeren Hallen und viel weißem Sand sehen. „Dabei haben wir eine super Verkehrs-Infrastruktur. Da müssen Investoren doch gar nicht erst nach Hamburg fliegen, wenn sie von Lübeck aus in 20 Minuten bei uns vor Ort sein können“, sagt der 52-Jährige, der als Regionalleiter Nordwestmecklenburg des Unternehmerverbands Norddeutschland Mecklenburg-Schwerin die Interessen hiesiger Unternehmen vertritt.

Doch neben der Ansiedlung weiterer Unternehmen im wirtschaftlich ohnehin schon starken Nordwesten sehen Landkreis und Unternehmerverband darüber hinaus weitere Vorteile. Denn in Lübeck-Blankensee sollen zukünftig – wobei der Zeitpunkt wegen einer noch fehlenden gerichtlichen Entscheidung in einem Planfeststellungsverfahren nach Aussage des Landkreises noch nicht genau feststehe – wieder Linienflüge in Urlaubsdestinationen angeboten werden. Dirk Dönges: „Und das wäre doch schön für die Menschen in unserem Landkreis, die vor der Haustür in den Urlaub starten könnten.“

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