Schilderwelt in Kneese : Der Kurzsprint irritiert

Dieses Schild löst bei Wolfgang Farken Kopfschütteln aus: Erlaubte 100 km/h auf etwa 150 Metern.
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Dieses Schild löst bei Wolfgang Farken Kopfschütteln aus: Erlaubte 100 km/h auf etwa 150 Metern.

Verkehrszeichen 150 Meter vor Ortseinfahrt wirf Fragen auf / Landkreis will Beschilderung prüfen lassen

svz.de von
06. August 2016, 04:45 Uhr

Ein Schildbürgerstreich im wahrsten Sinn des Wortes, meint unser Leser Wolfgang Farken und fragt sich: Wer hat sich das ausgedacht? „Es ist mir schon lange aufgefallen und ich habe mir gedacht, irgendwann einmal schreibst du etwas dazu“, so der Kittlitzer.

Das ist die Situation: Die Kreisstraße im Landkreis Nordwestmecklenburg von der B 208 über Dutzow nach Kneese ist außerhalb der geschlossenen Ortschaft Dutzow überwiegend mit Tempo 70 ausgeschildert. „Das hat sicherlich seinen guten Grund, denn, dass der Straßenverkehr für die daran Beteiligten sicher sein soll, ist für mich selbstverständlich. Somit haben die Verkehrsbehörden auch die Pflicht, die Verkehrsteilnehmer auf die Gefahren aufmerksam zu machen“, meint Farken.

Man könne es aus seiner Sicht aber auch mit der Freiheit – fahren zu lassen, was zulässig ist – übertreiben, fügt er augenzwinkernd hinzu, indem er das oben abgedruckte Bild zeigt: In Sichtweite von etwa 150 Metern vor dem Ortseingangsschild Kneese aus Richtung Dutzow kommend, wird die Geschwindigkeitsbegrenzung von 70 km/h aufgehoben. Damit dürfte dort mit einer Geschwindigkeit von 100 km/h gefahren werden. „Fragt sich nur, mit welchem Fahrzeug und welchem „Rennfahrer“ das gelingt, um dann am Ortsschild auf die vorgeschriebenen 50 km/h wieder abzubremsen“, fragt Wolfgang Farken, der selbst Autofahrer ist.

Er findet: Sollte es eine Rechtsvorschrift geben, die das so vorschreibt, sollte sie schleunigst überprüft und aufgehoben werden. Oder war das Verkehrsschild über? Vielleicht findet sich ja noch eine sinnvollere Verwendung, denn dort wo es jetzt steht, ist es einfach überflüssig.

Dieses Beispiel von Wolfgang Farken ist nur eines von vielen. So irritiert und nervt die Autofahrer gerade auch die permanent wechselnde 70-km/h-Geschwindigkeitsbegrenzung und wieder Aufhebung auf der Bundesstraße 104 im Bereich Gadebusch/Rehna.

Auf Anfrage bei der Unteren Verkehrsbehörde des Landkreises, der für den Fall Kneese zuständig ist, heißt es schriftlich: „Im Straßennetz finden sich an verschiedenen Stellen Verkehrsregelungen, welche unter Umständen eingeführt wurden, die sich inzwischen anders darstellen. Der Landkreis überprüft seine Straßen und die entsprechenden Regelungen regelmäßig auch mit dem Ziel, nicht mehr erforderliche Regelungen aufzuheben oder weiter bestehende zu optimieren. Der Landkreis ist insofern auch für Hinweise aus der Bevölkerung dankbar, welche sich auf inzwischen verzichtbare Regelungen beziehen. Der hier eingegangene Hinweis wird bei den Überprüfungen berücksichtigt.“

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