40. Weizentag : Der Gelbrost setzt dem Weizen zu

Volker Michel von der Landesforschungsanstalt untersucht Weizen.
Volker Michel von der Landesforschungsanstalt untersucht Weizen.

Eine neue Rasse des Pilzes „Warrior“, stellt Landwirte vor Herausforderungen

von
25. Juni 2015, 01:00 Uhr

„Warrior“ heißt ein Pilz, der seit zwei Jahren dem Weizen zu schaffen macht. Und für die Landwirte besonders bitter: Der Pilz befällt Weizensorten, von denen man bislang dachte, sie seien besonders resistent.

Beim 40. Weizentag, zu dem gestern die Agrargenossenschaft Köchelstorf eG, das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei und die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei eingeladen hatten, stellten Experten Ergebnisse von Pflanzenschutz- und Sortenversuchen vor.

Der „Warrior “ ist ein Gelbrost. Der Befall führt dazu, dass sich auf den Blättern des Weizens rostbraune Stellen bilden. Warum nun ausgerechnet solche Sorten in Mitleidenschaft gezogen werden, die als resistent galten, ist noch nicht klar, sagt Marcus Hahn, Leiter des Pflanzenschutz-Regionaldiensts Schwerin.

Um Pilzbefall zu bekämpfen, werden die betroffenen Flächen im Frühjahr mit Fungiziden behandelt. Generell unterliegt die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln strengen Regeln, erklärt Hahn. Es ist genau vorgeschrieben, über welchen Zeitraum das Mittel eingesetzt werden darf und in welcher Dosierung. „Es ist alles verboten, was nicht ausdrücklich erlaubt ist“, sagt Hahn.

Die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln ist für die konventionelle Landwirtschaft wichtig: Wird Unkraut nicht bekämpft, kann bis zu einem Drittel des Ertrages verloren gehen. Das kann für Landwirte existenzbedrohend werden. Weil die Pflanzenschutzmittel aber auch teuer sind, sind Landwirte daran interessiert nicht zu viel auf die Felder zu bringen.

Gestern wurden auch Sortenversuche vorgestellt. „Es gibt Futterweizen, hochwertigen Exportweizen, es wird zwischen Früh- und Spätsaaten unterschieden und es gibt speziell proteinstarke Sorten für die Backindustrie“, sagt Volker Michel von der Landesforschungsanstalt in Gülzow. „Die Züchtung einer Sorte dauert im Durchschnitt zwölf Jahre“, so Michel. Es gibt keine ideale Sorte, die Wahl hängt immer vom Standort ab. Für die Saatzüchter ist die Entwicklung ein finanzielles Risiko.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen