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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

23. Oktober 2017 | 02:26 Uhr

Neschow : Der das Eisen schmiedet

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Vom massiven Zaun bis zum fragilen Mobile – all das stellt Fabian Droste in seiner denkmalgeschützten Schmiede her

svz.de von
erstellt am 11.Jul.2016 | 04:45 Uhr

Schon von weitem sind die lauten Hammerschläge zu hören. Sie weisen die Richtung, ab von der Hauptstraße des kleinen Ortes der Gemeinde Carlow, einen unbefestigten Weg entlang. Hinterstraße nennt sich der, vor Haus Nummer 2 empfangen kunstvoll verzierte, verschnörkelte und gewundene Flach- und Rundstähle den Besucher. Wenn sich dann die einflüglige Seiteneingangstür oder das große zweiflüglige Haupttor öffnen, erfüllt der Geruch von Feuer und heißem Eisen die Luft. Hier ist das Reich von Fabian Droste. „Als ich diese Schmiede entdeckte, habe ich mich sofort in sie verliebt“, sagt der 34-Jährige.

Von der Pike auf hat der gebürtige Berliner den Beruf erlernt, wollte nie etwas anderes werden. „Ich bin in Samkow aufgewachsen und in der Stadt Lübeck zur Waldorfschule gegangen. Dort bin ich über einen Lehrer mit dem Schmieden in Berührung gekommen“, erzählt Droste. In der Nähe von Husum machte er ein Praktikum bei einem Kunstschmied. 2004 begann er in Kiel bei Kurt Lange, der unter anderem den Leuchter im Lübecker Dom oder Schmiedearbeiten am Ploener Schloss angefertigt hat, seine Lehre. Drei Jahre später war er fertig.

„Wir bieten alles an Schmiedearbeiten an, was man sich so vorstellen kann. Von der kompletten, individuell gestalteten Zaunanlage mit Schiebetor über Gartenskulpturen, Bögen, Rankhilfen und Gestellen, bis hin zum Kerzenständer“, zählt der Schmied auf.

Mit wir meint Fabian Droste seinen Lehrling, den er seit einem Jahr ausbildet. Daniel Richter schult um, weg vom Altenpfleger. „Ich bin nicht mehr damit klar gekommen, die alten, hilfsbedürftigen Menschen nur noch zu verwalten und nach Zeittakt abzufertigen. Ich möchte eine Arbeit, bei der ich am Abend sehe, was ich gemacht habe“, erklärt der 28-Jährige.

Traditionelles Handwerk, Kunsthandwerk und individuelle, moderne Metallgestaltung. Mit einer durchdachten Mischung dieser Sparten legt Fabian Droste die Grundlage jeder Arbeit, die er in seiner Werkstatt umsetzt. Als logische Schlussfolgerung nimmt er mit seiner Schmiede und den Arbeiten seit 2013 auch an dem landesweit veranstalteten Tag „KunstOffen“ teil. In diesem Zusammenhang entsteht langsam aber stetig um die Schmiede herum ein Skulpturenpark.

Im Vordergrund stehen aber umfangreiche Auftragsarbeiten. Dafür arbeitet der Metallgestalter auch mit anderen Unternehmen der Region zusammen, um seinen Kunden die optimalen Lösungen anbieten zu können. Einer von ihnen ist Norman Beuger mit seinem Unternehmen für Elektroanlagen aus dem gleichen Ort. „Ich installiere zum Beispiel die Elektroantriebe für seine Tore“, erzählt der Handwerker. Er ist diesmal als Kunde da, braucht eine kleine Reparatur an den Messern seines Schredders. Solche kleinen Dinge werden in dieser Schmiede natürlich sofort erledigt.

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