Gadebusch : Der Burgsee soll sauberer werden

Die Höckerschwäne finden Gefallen am Burgsee. Jetzt will die Stadt Gadebusch eine Studie zum Entschlammen in Auftrag geben. Das Projekt könnte 2016 starten
Die Höckerschwäne finden Gefallen am Burgsee. Jetzt will die Stadt Gadebusch eine Studie zum Entschlammen in Auftrag geben. Das Projekt könnte 2016 starten

Stadt gibt Studie für Renaturierung in Auftrag. Projekt wird sechsstelligen Betrag kosten

svz.de von
27. Dezember 2015, 16:30 Uhr

Er hat eine neue Brücke bekommen und ein Fest dazu, nur sauberes Wasser hat er nicht: Der Burgsee in Gadebusch. Doch das soll sich ändern.

Gadebuschs Stadtvertreter einigten sich darauf, eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben, die klären soll, wie der Burgsee renaturiert werden kann. Dieser Grundsatzbeschluss bringt das Projekt einen entscheidenden Schritt voran.

„Wir haben das schon länger vorgehabt“, sagt Bürgermeister Ulrich Howest. Nun sei die Stadt in der Lage, den Eigenanteil für das Projekt aufzubringen.

Bevor aber der erste Bagger anrollt, muss erst einmal geklärt werden, wie die Renaturierung vonstatten gehen kann. Und vor allem: wie teuer das wird? Auf diese Fragen soll die Studie Antworten finden. Die Kosten allein dafür taxiert die Stadt auf 15 000 Euro. Sie sind in dem Haushalt für 2016 eingestellt. Gadebusch hofft aber darauf, dass die Studie von der Lokalen Aktionsgruppe „Mecklenburger Schaalseeregion“ mit bis zu 50 Prozent gefördert wird.

Bis 1998 wurden in den Burgsee Abwasser eingeleitet. „An einigen Stellen ist der See nur noch 50 Zentimeter tief“, sagt Howest. „Der ist komplett verschlammt.“ In der Stadtverwaltung schaut man besorgt Richtung Burgsee und befürchtet eine baldige Verlandung. Nicht nur das soll eine Renaturierung verhindern. „Eine Erhöhung der Besucherzahl“ wird laut Beschlussvorlage angestrebt und damit eine Belebung des gastronomischen Angebots drumherum.

Die eigentliche Sanierung, meint Howest, werde einen sechsstelligen Betrag verschlingen. Ganz unproblematisch ist das nämlich nicht: der Schlamm im See sei wegen der Abwässer mit Schadstoffen belastet, erklärt der Bürgermeister. Mit Quecksilber beispielsweise. Das heißt, all das muss als Sondermüll entsorgt werden. Das wird die Kosten in die Höhe treiben.

Eine Sparmöglichkeit hat die Stadt in dieser Hinsicht schon ausgelotet. Der Schlamm soll zunächst einmal auf einer Wiese neben dem See gelagert werden und dort trocknen. Der zu entsorgende Sondermüll werde nämlich nach Gewicht bezahlt, sagt Howest. Und trockener Schlamm sei nun mal billiger als nasser, meint Howest.

Noch eine andere Frage treibt den Bürgermeister um. Was passiert, wenn der Schlamm aus dem See raus ist? Hat das Auswirkungen auf den Grundwasserspiegel? „Es könnte Setzrisse an den Häusern geben.“ Auch diese Frage soll die Machbarkeitsstudie klären.

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