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Gadebusch will Gewässer renaturieren : Der Burgsee behält Priorität

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Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Gadebusch setzt wegen Hochwasserproblematik auf stärkere Pflege der Radegast. Entschlammung des städtischen Sees an 1. Stelle

svz.de von
erstellt am 08.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Feuchte Wiesen an der Radegast, daraus resultierende problematische Nutzungsbedingungen für Tierhalter am Fluss und die zunehmende Verschlammung von Burg- und Neddersee machen der Stadt Gadebusch zu schaffen. Insbesondere die Verlandung des Neddersees führt zu einem hohen Wasserstand der Radegast im Stadtgebiet.

Der Wasser- und Bodenverband Stepenitz-Maurine möchte hier Abhilfe schaffen. Sein Projekt beinhaltet in einer Variante sogar die Renaturierung des Flusslaufes im Stadtgebiet – statt der bisherigen Kanalisierung könnte die Radegast die für sie üblichen Flussschlingen zurückerhalten. Das wäre für Gadebusch nicht allein eine optische Aufwertung, sondern auch ein wirksames Mittel gegen mögliche Hochwasser. Grund: Der Flusslauf verlängert sich, kann mehr Wasser aufnehmen. Die Kosten für solch ein Projekt belaufen sich auf rund eine Million Euro. Grundlage ist eine Machbarkeitsstudie des Umweltbüros biota. „Daraufhin wurde ein Pflege- und Entwicklungsplan für das Gewässer erarbeitet. All das sind Empfehlungen“, sagt Andrea Bruer, Geschäftsführerin des zuständigen Wasser- und Bodenverbandes gegenüber dem Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Umwelt in Gadebusch.

Sollte sich Gadebusch für solch einen Weg entscheiden, rechnet Bruer mit einer Vorlaufzeit von zwei Jahren vor einem möglichen Projektstart. Das beinhaltet die Klärung von Grundstücks- und Finanzierungsfragen.

Aus Sicht von Stadtvertreter Frank Speck müsste der Burgsee allerdings an vorderster Stelle rangieren. Genau darauf zielen u.a. die Bemühungen des städtischen Angelvereins und die Vorarbeit der Gremien in Gadebusch ab. „Ist der Burgsee erst einmal entschlammt, erfolgt ein geringerer Eintrag an Sand und Schadstoffen in die Radegast“, so Bauamtsleiterin Rommy Elßner. Darauf will sich Gadebusch konzentrieren.

„Sie haben alles in der Hand“, so Bruer, die auf die umfassenden Untersuchungen des Graben- , Fluss- und Gewässersystems hinweist. „Mit dem Papier haben wir eine gute Ausgangsbasis zur Beantragung von Fördermitteln“, schätzt Rommy Elßner ein.

Klar sei bei all den vorgestellten Plänen auch, dass es um die Akzeptanz der Bürger geht. Theorie und Praxis eines umfassenden Renaturierungsplans der Radegast sind aus Gadebuscher Sicht zwei völlig unterschiedliche Wege. „ Eine intensive Pflege mit Grünmahd und Grundberäumung der Radegast ist für das Stadtgebiet zielführend“, so Rommy Elßner.

Das habe die Kommune über Jahrzehnte auch erfolgreich praktiziert und müsse wieder Priorität haben. Das schließe eine vernünftige Grünmahd mit ein.

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