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Holzindustrie Wismar : Der Bretter-Riese vom Haffeld

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

In Europas größtem Sägewerk produziert Ilim Nordic Timber in Wismar jährlich 80 Millionen Bretter für Kunden in der ganzen Welt

Baum rein, Brett raus. Was einfach klingt, sprengt in Wismar alle Dimensionen. Denn in den Produktionshallen der Ilim Nordic Timber GmbH & Co. KG verwandeln sich täglich bis zu 7000 Festmeter Rundholz in erstklassiges Schnittholz für den Weltmarkt. Das entspricht jährlich 80 Millionen Brettern, die den 500 Mitarbeitern die Welt bedeuten.

Und damit ist schon mal die Frage danach geklärt, was in einem der größten Sägewerke der Welt und dem größten seiner Art in Europa denn eigentlich produziert wird. „Wir machen ganz normale Bretter“, sagt Marketing-Leiterin Anne Hoppe. Der Aufwand zur Produktion dieser ganz normalen Bretter indes ist enorm, die Technik beeindruckend.

„Wir verarbeiten ausschließlich Nadelholz. Das beziehen wir zu 60 Prozent aus dem Ostseeraum, der Rest kommt bis zu einem Umkreis von 250 Kilometern aus Deutschland“, so die 31-Jährige. Zwei Drittel des Rohholzes erreichen das Werk per Schiff über die Ostsee, die übrigen Stämme nehmen den Weg über die Straße.

Im Wismarer Haffeld angekommen geht alles ganz schnell. Die Bäume werden entrindet, vermessen, der Länge nach sortiert, in einer der beiden jeweils 100 Meter langen Sägelinien zugeschnitten. 10  000 Bretter werden pro Stunde und Sägelinie zugeschnitten, schon nach vier Stunden sind die Sägeblätter durch diese Dauerbelastung verschlissen. Nach dem Schneiden werden die fertigen Bretter dann noch nach Länge und Qualität sortiert und gestapelt, in 47 Trockenhallen bis zum gewünschten Trocknungsgrad getrocknet, auf Wunsch gehobelt, verpackt und anschließend an die Kunden ausgeliefert. Durchschnittlich zehn Tage – auf Anforderung plus fünf Tage Aufenthalt in den riesigen Trockenkammern – dauert der Durchlauf von der Anlieferung als Rohholz bis zum Verlassen des Werkes als fertiges Brett.

Und darauf freuen sich Kunden aus der ganzen Welt. Hobelwerke, Kistenfabriken, Hersteller veredelter Bauschnitthölzer – Abnehmer aus Italien, Österreich, Frankreich, Polen und Großbritannien, aber auch Tunesien, Ägypten und weitere nordafrikanische Länder stehen auf der Kundenliste. Zuletzt immer häufiger auch China, Japan und Australien. 40 bis 50 Prozent des Schnittholzes allerdings landen bei Kunden in Deutschland.

Weil aber beim Hobeln und Sägen bekannterweise Späne fallen, hat man sich auch für die sogenannten Sägeresthölzer wie Hackschnitzel, Sägespäne und Baumrinde etwas einfallen lassen. „Nachhaltigkeit ist uns wichtig“, erklärt Anne Hoppe. Entweder würden die anfallenden Nebenprodukte von benachbarten Unternehmen wie Egger und Pellet Wismar so wie anderen in der Region ansässigen Firmen weiterverarbeitet oder wie die Rinde zur eigenen Energieerzeugung für die Trockenkammern genutzt. Motto: Bei uns kommt nichts weg.

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erstellt am 04.Jul.2016 | 05:00 Uhr

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