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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

18. Dezember 2017 | 14:05 Uhr

Ran an den Ast! : Den Obstbaum richtig frisieren

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Winterzeit ist die Zeit für den Rückschnitt, für Kleingärtner und Obstbauern heißt lautet das Motto „Ran an den Ast!“

svz.de von
erstellt am 24.Jan.2017 | 12:00 Uhr

Äpfel, Birnen, Pflaumen – im Herbst hieß es für die großen und kleinen Obstbauern noch fleißig ernten und die reifen Früchte möglichst schnell ins Trockene bringen, bevor sie faulen. Doch nun herrscht Winter, der Boden ist mit Schnee und Eis bedeckt, die Bäume sind kahl und befinden sich gewissermaßen im Winterschlaf. Doch für Obstbauern und Kleingärtner bedeutet das keineswegs, die Füße hoch zu legen. Denn die Gehölze brauchen auch in der „dunklen Jahreszeit“ Pflege. Sie benötigen die passende „Winterfrisur“ – das Stichwort hierbei Obstbaumschnitt.

„Apfelbäume lassen sich problemlos noch bis minus zehn Grad zurückschneiden, Steinobst wie Süß- oder Sauerkirschen sind da durchaus empfindlicher. Da muss man eher aufpassen, dass man dem Baum nicht schadet“, so Walter Strube vom Obstbau in Stralendorf. Allgemein gelte seiner Meinung nach aber: Ein schlecht geschnittener Baum ist besser als ein ungeschnittener Baum. Denn der Schnitt bedeute Pflanzenschutz.

Dieser wird auf seiner Plantage derzeit akribisch betrieben, denn insgesamt müssen 160 Hektar Fläche auch im Winter auf Vordermann gehalten werden.

Wie beim Kleingärtner auch geht es um Form, Verjüngung und Auslichtung – nur in größeren Dimensionen. Für die Form fährt ein Trecker mit der dreiblättrigen Sägemaschine durch die Plantage und schneidet die Kontur. Auslichtung und Verjüngung wird per Hand angegangen. Mit Motorsäge und Luftschere sind Helfer zwischen den Obstbäumen unterwegs und entfernen die Äste, damit der Baum mit genügend Licht versorgt wird.

Der frostreiche Winter, den es in der vergangenen Zeit gegeben hat, sei für die Bäume vorteilhaft. „Der Winter steuert eine ganze Menge, auch, dass die Bäume nicht zu früh austreiben. Und auch das Ungeziefer wird damit eingedämmt“, so Strube, der seit 1972 Erfahrungen als Obstbauer hat. Um besser bewerten zu können, wie weit die Bäume zurückgeschnitten werden müssen, hat Strube einzelne Zweige ins Wasser. Viele Blüten bedeuten einen stärkeren Rückschnitt, bei weniger muss man im Schnitt nicht so viel nachhelfen.

Damit Hobbygärtner und Kleingärtner den Schnitt für die richtige Baumfrisur beherrscht, bietet Walter Strube Kurse für den Obstbaumschnitt, aber vor allem den Umgang mit der Motorsäge an. Für Kurse im Februar und März können Interessierte sich unter Ruf 03869/7429 melden.

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