Wiligrad : Den Morcheln auf der Spur

Morchelparade mit Sammlerin Sigrid Melahn.  Fotos: Torsten Richter
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Morchelparade mit Sammlerin Sigrid Melahn.

Mitglieder des Rehnaer Pilzvereins Heinrich Sternberg eröffnen Freiluftsaison am Schweriner See

svz.de von
24. Mai 2018, 12:00 Uhr

Im Wonnemonat Mai blüht er leuchtend gelb, der Löwenzahn. Und wenn der Löwenzahn die heimatlichen Wiesen und Weiden in ein sattes Gelb taucht, dann schlägt die Stunde für alle morchelsüchtigen Pilzfreunde. Auch die Rehnaer ziehen die Morcheln alljährlich in ihren magischen Bann. Und so begab sich gut gelaunt und von der Sonne verwöhnt eine kleine Schar von Mitgliedern des Rehnaer Pilzvereins „Heinrich Sternberg“ auf Morcheltour.

Die historischen Kulisse des Schlosses Wiligrad im Rücken, stand dann die bewaldete Uferterrasse entlang des Schweriner Sees im Mittelpunkt des Interesses der Morchelsüchtigen. Das sonnige Wetter machte die Wanderung entlang der Steilhänge am Schweriner See für alle Teilnehmer zu einem wunderbaren Maiausflug an frischer Luft. Entlang des bewaldeten Weges überraschte die Vielzahl interessanter Frühlingsblüher von der Einbeere über Alpensockenblume bis zu Aronstab und Schuppenwurz.

Aber wo waren die Morcheln? Hatten Trockenheit und der teils kräftige Wind sie beim Wachsen gestört? Mit Argusaugen wurden die lehmig-sandigen Hänge „abgelupt“ und groß war die Freude bei allen, als dann der Vereinsvorsitzende die erste köstliche Speisemorchel in der Hand hielt. Dann war das Morchelfieber entfacht und im Verlauf der Wanderung wurden noch viele weitere Morcheln erspäht. Sigrid Melahn schien besonders vom Glück verfolgt zu sein. An einer Stelle hatten sich gleich acht prächtige Morcheln im Schutze eines alten Buchenstammes versteckt. Genug für eine gute Mahlzeit. Auch die „Jungmorchelsammler“ Ramona Schmidt aus Lübeck und Eckhardt Schlichting aus Gadebusch waren erfolgreich. Sie hatten ihre ersten Morcheln „in freier Wildbahn“ gesehen, kannten sie bisher nur vom Lesen und Blättern in „Luxuskochrezepten“. Speisemorcheln gehören nicht nur vom Preis her zu den exklusivsten Pilzen, sondern sind auch durch ihr grubig-barockes Äußeres ein optischer Leckerbissen. Die hell graubräunlichen bis ockerbräunlichen Fruchtkörper sind bestens angepasst an die fast gleichfarbige Laubschicht.

Neben den Speisemorcheln fanden die Pilzfreunde auch Maipilze und sehr frische Schuppige Porlinge. Diese Pilze sind gut geeignet für die Verarbeitung zu leckeren Buletten, sozusagen eine vegetarische Alternative zum bekannten Fleischklops. Nicht nur bei Familie Melahn aus Roduchelstorf dürfte die Anzahl der gefundenen Morcheln für eine gute Mahlzeit gereicht haben.

So war die Exkursion für alle Teilnehmer ein voller Erfolg. Jeder hatte bei herrlichem Wetter die begehrten, heimischen Morcheln in einer einmaligen Landschaft zu Gesicht bekommen. Damit gilt die Pilzsaison 2018 als eröffnet.


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