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Mvgida in Grevesmühlen : Demos für und gegen Asylpolitik

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Hunderte Menschen gingen auf die Straße. Faustschlag gegen Pressevertreter

von
erstellt am 23.Feb.2016 | 21:00 Uhr

In Nordwestmecklenburg hat es erneut Demonstrationen für und gegen die Asylpolitik gegeben. Dabei marschierten etwa 160 Anhänger der fremdenfeindlichen Organisation MVgida durch die Stadt Grevesmühlen. Mit dabei war u. a. der Rechtsextremist und mehrfach vorbestrafte Sven Krüger aus Jamel. Angemeldet worden war diese Demo von einem NPD-Mitglied.

Nach dem offiziellen Ende der MVgida-Demonstration kam es zu einem Angriff eines Teilnehmers auf einen Pressevertreter. „Der Mann erlitt durch einen Faustschlag des Angreifers leichte Verletzungen im Gesichtsbereich. Die Polizei hat die Ermittlungen diesbezüglich aufgenommen“, sagte eine Polizeisprecherin.

Friedlich verlief eine Gegendemonstration unter dem Motto „Hand in Hand gegen Rassismus“ mit rund 200 Menschen. Daran nahmen u. a. Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) und die Kulturpreisträgerin des Landes MV, Miro Zahra, teil. Die 1960 in Tschechien geborene Künstlerin lebt seit Mitte der 1980er-Jahre in Plüschow und baute dort mit Udo Rathke das Mecklenburgische Künstlerhaus mit auf. Es bietet Künstlern aus Europa, Asien und Amerika Studienaufenthalte und Ausstellungsmöglichkeiten.

Landrätin Kerstin Weiss kündigte während der Demonstration in Grevesmühlen an, weitere Aktionen für Solidarität und Menschenrechte in Nordwestmecklenburg starten zu wollen. „Hysterie, Angst oder gar Gewalt und Hass zu säen, ist der völlig falsche Weg“, sagte Weiss in ihrer Rede.

Derzeit leben in Nordwestmecklenburg 1713 Flüchtlinge. Sie konnten in der zentralen Unterkunft in Wismar sowie in derzeit rund 280 Wohnungen untergebracht werden – auch dank der Städte und Gemeinden, wie Weiss betonte. So leben beispielsweise im Amtsbereich Gadebusch derzeit rund 100 Flüchtlinge. Die Landrätin rechnet in diesem Jahr mit weiteren Menschen, die in Nordwestmecklenburg Schutz suchen werden.

Neben dem friedlichen Schweigemarsch durch die Stadt Grevesmühlen hatte es auch eine Friedensandacht in der St.-Nikolai-Kirche gegeben. Dort sagte die Pastorin Maria Harder, es reiche scheinbar nicht mehr aus, nur zu einer Wahl zu gehen. „Wir leben in einer Zeit, in der wir unseren Kindern erzählen müssen, wie wenig selbstverständlich es ist, in einem Land zu leben, wo freie Entfaltung ein hohes Gut ist“, so Maria Harder.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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