Ratzeburg/Schönberg : Demenzerkrankungen nehmen zu

Demenz-Fachleute wie Krankenpfleger Michael Zepuntke sind heute so gefargt wie noch nie.
Demenz-Fachleute wie Krankenpfleger Michael Zepuntke sind heute so gefargt wie noch nie.

Der Schönberger Michael Zepuntke ist im DRK-Krankenhaus Mölln-Ratzeburg ein gefragter Experte

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15. Mai 2019, 05:00 Uhr

Die Menschen leben durch den medizinischen Fortschritt immer länger. Über Hundertjährige sind längst keine Ausnahme mehr. Auch wenn die durchschnittliche Lebenserwartung immer weiter ansteigt, so sind viele Menschen durch erhebliche Funktionseinbußen in ihrem täglichen Leben eingeschränkt. In Deutschland leben zum Beispiel gegenwärtig rund 1,7 Millionen Menschen mit Demenz, Jahr für Jahr treten mehr als 300 000 Neuerkrankungen auf. Da sind Fachleute gefragt: Im DRK-Krankenhaus Mölln-Ratzeburg gehört Michael Zepuntke (57) zu den weitergebildeten Demenzexperten.

Seine persönliche Lebensbiographie schreibt die Teilung Deutschlands. Vielmehr die Vereinigung zweier deutscher Staaten. Geboren wurde Michael Zepuntke in Schönberg, 23 Kilometer von Ratzeburg entfernt, getrennt durch eine unüberwindbare Grenze. Nach Schule und dreijährigem Fachschulstudium in Rostock hat er als Veterinärassistent mit Rindern, Schweinen und Schafen zu tun, mit Tierschutz und Tierseuchenbekämpfung. Dann geht die Grenze auf – und befreit die Menschen. Viele aber müssen sich beruflich umorientieren.

Michael Zepuntke erlernt einen zweiten Beruf, folgt seiner Mutter in die Krankenpflege. „Sie war bestimmt nicht ganz unschuldig an meinem weiteren Weg“, sagt er und erinnert sich sehr gut daran, mit welchem Elan sie dabei war. „Die hat von ihrem Beruf geschwärmt.“ Nach zweieinhalb Jahren verkürzter Ausbildung – Schule in Wismar, die Praxis in Schönberg – bewirbt sich Michael Zepuntke im März 1993 im DRK Krankenhaus in Ratzeburg. Und schießt beim Bewerbungsgespräch fast ein wenig über das Ziel hinaus. „Die erste Frage, die ich stellte, war, was es denn zu verdienen gibt?“, sagt er heute noch im Rückblick und lacht. Längst gehört er zum etablierten Pflegepersonal des DRK-Krankenhauses.

An Stillstand denkt er in all den Jahren nicht. Nach seiner Einstellung im DRK-Krankenhaus begann sein Einsatz auf der Station 4, damals allgemeine Chirurgie. Wechselte dann 1998 auf eine internistische Station und schließlich 2002 auf die Unfallchirurgie. Vor allem aber lernte er ständig dazu: Er ließ sich zum Praxisanleiter weiterbilden, macht einen Stationsleitungskurs und wird im vergangenen Jahr weitergebildeter Demenzexperte. „Ich sehe doch, dass das Thema Demenz auch im Krankenhaus immer mehr zum Thema wird“, sagt Michael Zepuntke. „Und für uns Pflegende ist der Umgang mit Demenzpatienten eine echte Herausforderung.“ Gemeinsam mit der Pflegedirektion wird an einem Gesamtkonzept für die besondere Versorgung demenzkranker Patienten im Krankenhaus gearbeitet. Hieran arbeitet Michael Zepuntke entscheidend mit und ist für seine Kollegen auf den Stationen ein kompetenter Ansprechpartner.

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