Natur : Dem Fischotter auf der Spur

Manfred Cordts (l.) geht in den Ruhestand. Zuvor weist er Holger Quardokus in die Besonderheit der Natur zwischen Utecht und Schaalsee ein.
Manfred Cordts (l.) geht in den Ruhestand. Zuvor weist er Holger Quardokus in die Besonderheit der Natur zwischen Utecht und Schaalsee ein.

Ranger Manfred Cordts am Lankower See auf Erkundungstour mit seinem Nachfolger Holger Quardokus

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29. November 2014, 00:33 Uhr

Tiefer Sonnenstand, ein wolkenloser Himmel über dem Lankower See und dazu ein kühler Wind aus Südost – es wird allmählich Winter in der Region. Manfred Cordts, Ranger des Unesco Biosphärenreservates Schaalsee, nimmt den Wechsel gelassen. Die Natur, im Jahresverlauf war und wird auch in Zukunft sein ständiger Begleiter sein. Nicht zuletzt bezog er daraus auch die Geschichten für die SVZ-Serie „Naturnah“.

Offiziell heißt es für ihn nun Abschied nehmen. Der in Neuleben nördlich von Utecht wohnende Ranger hängt zum 1. Dezember zumindest offiziell seinen Dienst-Hut an den Nagel. „Jetzt geht es in den Ruhestand“, erzählt der gelernte Bäcker und gelernte Forstwirt. „1987 bin ich bei der Forst gestartet. Anschließend begann meine Laufbahn als Ranger - mittlerweile seit 18 Jahren“, erzählt er. Die verschiedenen und wechselnden Aufgabenfelder bezeichnet er als gewinnbringende Herausforderung. „Die Natur beobachten, wissenschaftliche Projekte begleiten war nur ein Part. Fachkundige Führungen mit Urlaubern und Tagesgästen gehörten dazu, da musste ich auch das freie Sprechen lernen“, erzählt Cordts und lacht.

In diesen Novembertagen sind weniger Urlauber zwischen Zarrentin und Utecht unterwegs. Da wird es ruhiger, bleibt Zeit für das Otter-Monitoring an den Seen. Es ist Teil der Arbeit, die Auskunft über die Entwicklung von Ottern und anderer Tierarten im Biosphärenreservat gibt.

Spurensuche lautet die aktuelle Aufgabe, denn der im Wasser lebende Marder lässt sich nur schwer ausmachen. In diesen Tagen ist Ranger Cordts am Lankower See unterwegs. „Wir müssen ein wenig weiter hinein. Dort, wo die Wurzeln der Erlen im Wasser stehen, besteht die Chance, dass wir Losung und möglicherweise Fischreste entdecken“, sagt Manfred Cordts und gibt Holger Quardokus ein Zeichen.

Quardokus (44) folgt dem Mann mit Hut. Er wird als neuer Ranger das Aufgabenfeld von Cordts übernehmen und erhält nun seine Gebietseinweisung. 15 Jahre arbeitete er als Angestellter der Wildtierstiftung in Klepelshagen. Mit der neuen Aufgabe hat es ihn von Vorpommern nach Westmecklenburg verschlagen. Somit geht es gemeinsam an den Ufern des Lankower See entlang. Da bleibt Zeit zum Erzählen. Angefangen von den Erlebnissen bei der Wasservogelzählung am Röggeliner See, wie Wildgänse per Fernglas und Spektiv erfasst werden, bis hin zu außergewöhnlichen Begegnungen. „Unter den Wintergästen waren Nilgänse. Und die anfangs eher seltenen Silberreiher lassen sich heute häufiger beobachten“, sagt Cordts. Tierische Erlebnisse, die habe er auch im Kammerbruch Schattin/Utecht gehabt. „In diesem Revier halten sich nicht allein die Nandus auf. Bei der Brutvogelkartierung ließen sich Schwarzkehlchen und Feldlerche nachweisen. Ein Wachtelkönig sprach dort auf eine Klangattrappe derart an, dass der Vogel bis auf wenige Meter herankam. Ein schönes Erlebnis“, erzählt der Ranger, denn der Wachtelkönig gilt in Deutschland als stark gefährdet. Das Grüne Band mit der Kulturlandschaft biete der Wiesenralle einen Rückzugsraum.

Nachdenkliche Momente gab es bei einem Fund eines todkranken Seeadlers, der vermutlich bleiverseuchten Aufbruch gefressen hatte. „Das Tier hat nicht überlebt“, so Cordts.

Fernglas, Kartierungskarte und das besondere Augenmerk für die Tier- und Pflanzenwelt sind nicht die alleinige Voraussetzung. Handwerkliches Geschick wird ebenso gefordert, wenn Feldsteinkeller zu Fledermausrevieren umfunktioniert oder Trafohäuschen als Herberge für Wildtiere eingerichtet werden.

Naturthemen, die Holger Quardokus ansprechen. Rr wird als neuer Ansprechpartner vor Ort sein. Der Schlüssel zum Erfolg sei der Kontakt mit den Menschen, damit Naturschutz auf breiter Basis funktioniere, so Cordts. Seine Empfehlung: „Die Zeit für einen Plausch am Gartenzaun, die muss man mitbringen.“


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