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Das schönste Dorf in MV : Dechow feiert Sieg im Dörferwettstreit

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Die 200 Einwohner zählende Gemeinde Dechow ist das schönste Dorf in Mecklenburg-Vorpommern. Die Kommune in Nordwestmecklenburg setzte sich gegen 65 Dörfer durch und vertritt MV nun beim Bundeswettbewerb.

svz.de von
erstellt am 24.Feb.2013 | 07:15 Uhr

Dechow | Die Gemeinden Dechow, Warlow und Grieben haben beim Dörferwettbewerb des Landes die ersten drei Plätze belegt. Für diesen Erfolg sind Vertreter der Kommunen am Sonnabend von Landwirtschaftsminister Till Backhaus in Dechow ausgezeichnet worden. Eine Veranstaltung, bei der es nicht nur Lob, sondern auch Kritik gab. So betonte Nordwestmecklenburgs stellvertretender Landrat Gerhard Rappen (CDU), dass das Leben in kleinen Dörfern funktionieren kann. "Wer also durchs Land zieht, alles immer nur größer haben will und dies mit der Kostenfrage begründet, wird Lügen gestraft", sagte Rappen. Dechow habe trotz anfänglicher Schwierigkeiten aufgrund ungeklärter Eigentumsverhältnisse zur Wendezeit eine rasante Entwicklung genommen. "Das ist ganz allein dem überaus großen Engagement und Stehvermögen der Dechower zu verdanken", so Gerhard Rappen. Bürgermeister Jürgen Haupt war stolz auf seine Gemeinde und bezeichnete sie als Leuchtturm im Biosphärenreservat Schaalsee.

Lob für die Dechower gab es auch von Landwirtschaftsminister Till Backhaus: "Beispielhaft zeigen die Dechower, dass gute Ideen und der Wille zur Realisierung sich immer lohnen werden." Im Fall Dechow sei es durch das Engagement der Gemeindevertretung gelungen, die Gläserne Molkerei anzusiedeln. So wurden nicht nur neue Arbeitsplätze geschaffen, auch die Ansprüche des Biosphärenreservates, des sanften Tourismus und der Wertschöpfung im ländlichen Raum konnten zum Wohle der Region in Einklang gebracht werden. "Doch es fehlen im länd lichen Raum noch immer ausreichend attraktive Arbeitsplätze und auch die Anforderungen von Familie und Beruf sind nicht immer zu vereinbaren", betonte der Minister. Sich dem zu stellen, sei die Herausforderung für das Land und die Kommunen schlechthin. Backhaus hob in diesem Zusammenhang das bisherige Engagement des Landes hervor. So förderte das Landwirtschaftsministerium in den vergangenen vier Jahren mit insgesamt 20,5 Millionen Euro Investitionen in Höhe von 44,9 Millionen Euro für Schulen und Kindertagesstätten. In enger Abstimmung mit dem Sozialministerium wurden in den ländlichen Gemeinden mehr als 4000 Betreuungsplätze modernisiert und etwa 1000 Betreuungsplätze neu geschaffen.

Backhaus ermunterte weitere Gemeinden, sich dem Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft - unser Dorf soll schöner werden" zu stellen. "Wettbewerb und Erfahrungsaustausch sind immer die einfachste und preiswerteste Investition. Man kann sich Anregungen holen und schauen, was haben die Menschen in den Regionen entwickelt und welche Schwerpunkte setzen sie." Backhaus erwarte ausdrücklich, dass insbesondere der östliche Teil des Landes Mecklenburg-Vorpommern endlich bei diesem Wettbewerb mitmache.

Während Dechow zum schönstes Dorf 2012 gekürt wurde und eine Siegprämie von 4500 Euro einstreichen kann, belegte die Gemeinde Warlow (3500 Euro) aus dem Kreis Ludwigslust-Parchim Platz zwei. Warlow konnte mit einem kompakt ausgebildeten Gemeindezentrum überzeugen. Alle Einrichtungen, die für ein aktives gemeindliches Leben notwendig sind, sind im Ortszentrum vorhanden, wie z.B. Kindertagesstätte, Dorfgemeinschaftshaus, die freiwillige Feuerwehr und die Sportstätten. Des Weiteren wurde die harmonische Einbettung des Ortes in die Landschaft von der Jury besonders gewürdigt.

Platz drei ging an die Gemeinde Grieben. Sie besitzt eine besonders erhaltenswerte Ortsstruktur und Bausubstanz, die in Dimension und Ausprägung einmalig im Land ist. Diese trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten zu erhalten, dafür setzt sich die Dorfgemeinschaft engagiert ein.

Für den Landeswettbewerb hatten sich sieben Gemeinden qualifiziert. Jede erhält 30 000 Euro Fördergeld, das sie entsprechend der Richtlinie für die Integrierte ländliche Entwicklung zur Umsetzung von Projekten in ihrer Gemeinde einsetzen können.

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