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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

19. Oktober 2017 | 13:02 Uhr

Wismar : Das Team für die perfekte Welle

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Ein seltener Blick hinter die Kulissen des Wonnemar, dem einzigen Spaß- und Erlebnisbad in Nordwestmecklenburg

svz.de von
erstellt am 02.Jan.2017 | 12:00 Uhr

Einmal im Leben so richtig Welle machen. Wovon so mancher träumt – für Bodo Kröncke ist dies Alltag. Der 50-Jährige ist technischer Leiter im Wonnemar Wismar, dem einzigen Erlebnisbad Nordwestmecklenburgs. Und als solcher weiß er ganz genau, wie man so richtig Welle macht.

„Wir sind die Kellerkinder“, sagt Bodo Kröncke. In den Katakomben des Wonnemar sorgt der Wismarer mit seinem vierköpfigen Team für den überirdischen Spaß- und Erholungsfaktor. Schon Stunden bevor das Erlebnisbad für seine Besucher öffnet, sind sie am Start. Wenn die ersten Gäste das Drehkreuz zu den Umkleiden passieren, sind die technischen Mitarbeiter von der Bildfläche verschwunden, greifen nur in Notfällen für die Besucher sichtbar in das Geschehen ein.

Zu den größten Attraktionen zählt neben dem Rutschenturm das Abenteuer-Wellenbecken. Stündlich schwappen dort bis zu einen Meter hohe Wellen für circa acht Minuten durch das 300 Kubikmeter fassende Becken. „Das ist die einzige Attraktion bei uns, die manuell angeschaltet wird. Aus Sicherheitsgründen“, erklärt der gelernte Gas-/Wasserinstallateur. Den Startschuss für die Inbetriebnahme der Wellenmaschine geben die Schwimm-Meister nach einer Sichtkontrolle des Wellenbeckens. Nach dem Einschalten der Maschine presst ein überdimensionaler Ventilator Luft von oben in eine mit Wasser gefüllte in sich geschlossene Wellenkammer und erzeugt dort einen Überdruck. Die Wellenkammer verfügt ihrerseits über vier Auslassklappen. Werden diese nun geöffnet, breitet sich die soeben komprimierte Luft schlagartig wieder aus und drückt das in der Wellenkammer befindliche Wasser hinaus ins Wellenbecken. Durch den ständigen Wechsel von Öffnen und Schließen der Klappen bewegt sich das Wasser im Wellenbecken hin und her. So macht man richtig Welle.

„Ich bin seit dem 17. November 2000, also seit der Eröffnung des Wonnemar mit dabei“, erzählt Bodo Kröncke. Also von Anfang an. Und sogar davor. Denn zuvor war der Wismarer als bauleitender Monteur für Heizung und Sanitär am Bau des Erlebnisbads beteiligt. Knapp 7,8 Millionen Besucher strömten seitdem ins Wonnemar.

Technische Störungen gab es in den sechzehn Jahren kaum. Höchstens mal einen Stromausfall oder eine defekte Steuerplatine, die die gesamte Technik kurzzeitig lahmlegte. Einmal hingegen hat es auch das Wellenbecken erwischt. Bodo Kröncke: „Das weiß ich noch wie heute. Da kamen nach zehn Jahren an einem Mittwochnachmittag die Fliesen hoch. Wir mussten das Becken sperren, das Wasser ablassen, die Fliesen über Nacht kommen und neu verlegen lassen. Schon am Sonnabend konnten wir das Becken wieder freigeben.“ Oder – um im Wortspiel zu bleiben – wieder richtig Welle machen.

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