Museum in Boltenhagen : Das Geheimnis der Buddelschiffe

„Mir ist besonders wichtig, dass auch die Kinder verstehen, wie das Schiff in die Flasche kommt“, sagt Jürgen Kubatz, der als 12-Jähriger schon Modelle gebaut hat.
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„Mir ist besonders wichtig, dass auch die Kinder verstehen, wie das Schiff in die Flasche kommt“, sagt Jürgen Kubatz, der als 12-Jähriger schon Modelle gebaut hat.

Im Ostseebad Boltenhagen können Besucher im größten privaten Buddelschiff-Museum ihr eigenes Kunstwerk selber basteln

svz.de von
18. April 2015, 16:00 Uhr

Seit über 40 Jahren ist das Buddelschiff-Bauen die große Leidenschaft von Jürgen Kubatz. Wer schon immer mal wissen wollte, wie das Schiff in die Flasche kommt, kann unter Anleitung des Meisters im größten privaten Buddelschiff-Museum an der Ostseeküste in Boltenhagen ein eigenes Kunstwerk basteln.

Was war zuerst da, die Flasche oder das Schiff? „Erst kommt die Flasche und dann überlege ich, welches Schiff dazu passt“, sagt Jürgen Kubatz. Der Modellbauer aus Boltenhagen hat mittlerweile eine ganze Flotte gebaut. In seinem Bungalow an der Ostseeallee liegen 250 Buddelschiffe aus den verschiedensten Epochen der Seefahrt vor Anker: Viermaster, Fünf- und Siebenmaster oder Dampfer wie die Titanic, bevor sie mit einem Eisberg kollidierte. Dazu viele Kriegsschiffe. Genug für ein eigenes Buddelschiffmuseum, das übrigens die größte Flaschenschiffssammlung an der Ostseeküste zeigt.

Jürgen Kubatz arbeitet an einem schmalen Holztisch direkt am Fenster. Er ist alles in einer Person: Museumsbesitzer, Museumsführer und Restaurateur. Nach circa 50 Stunden kommt der Stöpsel bei einem normalen Buddelschiff auf die Flasche. An größeren Projekten sitzt er auch schon mal 300 Stunden. Wie kommt das Schiff in die Flasche? Das vor allem beschäftigt die kleinen und großen Besucher. Der Museumsleiter beantwortet die Frage immer wieder geduldig. Der Renner ist immer noch das klassische Segelschiff, das mit abklappbaren Masten in sein enges gläsernes Zuhause geschoben wird. Andere Modelle werden in Teile zerlegt und mit viel Fingerspitzengefühl in der Flasche zusammengebaut.

Wie das geht, lässt sich beim Bau eines Buddelschiffs lernen. Bei vorheriger Anmeldung hilft Kubatz Besuchern beim Basteln ihres eigenen kleinen Kunstwerks. „Hauptsächlich kommen Kinder, davon rund die Hälfte Mädchen“, erzählt der Mann mit dem grauen Vollbart. Die jüngsten Teilnehmer sind erst fünf oder sechs Jahre alt. „Aber man wundert sich manchmal, wie eifrig auch die Erwachsenen dabei sind. Viele Stammgäste rufen schon Monate vorher an, um sicher zu gehen, dass ich im Sommer Zeit für sie habe.“

Jürgen Kubatz bereitet das Material in seinem nur wenige Schritte vom breiten Ostseestrand entfernten Haus im Ostseebad Boltenhagen so weit vor, dass garantiert jeder Teilnehmer einen kleinen Einmaster unter Glas mit nach Hause nehmen kann. „Mir ist besonders wichtig, dass auch die Kinder verstehen, wie das Schiff in die Flasche kommt“, sagt Kubatz, der selbst als 12-Jähriger schon Modelle gebaut hat.

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