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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

23. Oktober 2017 | 13:53 Uhr

Rehna : Das Erbe vom Martensmann

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Rehna beantragt den Eintrag des Martensmannfestes als Kulturerbe / Brauchtum soll weiter gefördert und erhalten werden

von
erstellt am 16.Okt.2015 | 00:56 Uhr

Unterzeichnet und gesiegelt - die Stadt Rehna beantragt auf Initiative des Landkreises Nordwestmecklenburg die Sicherung des Martensmannfestes als Mecklenburger Brauchtum mit Eintrag in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes. Einen entsprechenden Antrag unterzeichnete Bürgermeister Hans Jochen Oldenburg gestern im Deutschen Haus von Rehna. „Mit dieser Initiative wird das Engagement der Stadt gewürdigt“, sagt Oldenburg. Das Deutsche Haus gilt nachweislich als Übernachtungsstätte für den Lübecker Boten.

Auf der Strecke vom Deutschen Haus zur Klosterkirche begrüßen auf dem größten Volksfest zwischen Lübeck und Schwerin jährlich tausende Gäste den Lübecker Boten, der nach alter Überlieferung dem Herzog zu Schwerin ein Fass Wein der Lübecker Kaufleute bringt.

Mehr als zwei Jahrzehnte nach der Wiederbelebung pflegen Schönberg, Rehna und Schwerin den Brauch - 24 Jahre, in denen das Martensmannfest in Rehna lebendig wie am ersten Tag gefeiert wird. „Ein Fest, bei dem es um gute nachbarschaftliche Beziehungen geht“, so Landrätin Kerstin Weiss und zeigt sich beeindruckt von der Geschichte, die womöglich bis ins Jahr 1227 zurückreicht. Eine Brauchtumsfeier, die das Land Schleswig-Holstein und in Rehna die damalige Kulturinitiative Maurine-Radegast maßgeblich mit auf den Weg brachten.

Für Dr. Karl-Reinhard Tizck, Referatsleiter Kulturerbe im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, hat der Martensmann landesweite Bedeutung: „Ein Brauch, der einst als Brückenschlag zwischen der Hansestadt Lübeck und Schwerin bestand und heute die Welterbestadt Lübeck und Schwerin als Antragsteller zur Aufnahme auf die Welterbeliste der Unesco verbindet.“

Neben dem Martensmannfest beantragen auch Städte wie Parchim (Martinifest), die Darß-Region mit dem Tonnenschlagen einen Eintrag in das bundesweite Verzeichnis. Der Rehnaer Antrag wird unter anderem vom ehemaligen Ministerpräsidenten Björn Engholm unterstützt.

Die Schreibtischarbeit darf Klaus-Jürgen Ramisch, Sachgebietsleiter Kultur NWM, erledigen. Das mache er gerne, ließ der gebürtige Gadebuscher wissen, der dem zwölfseitigen Antragschreiben die Arbeiten zweier anerkannter Wissenschaftler - Dr. Reno Stutz, Dr. Ralf Wendt - sowie Bild- und Filmmaterial beilegt. Was für Ramisch insgesamt ein Zeichen von Teamarbeit ist, stimmt Titzck zuversichtlich: „Das Martensmannfest ist bedeutungsvoll für die beiden Bundesländer. Solch eine Form von Kontinuität ist wichtig. Wenn nach 25 Jahren Einheit hier solch ein Vertrag unterzeichnet wird, ist das ein schönes Gefühl.“

Rehnas Bibliotheksleiterin Rebekka Duge sieht die Initiative als „Verpflichtung, solches Brauchtum zu pflegen und nachfolgenden Generationen weiterzugeben.“ Eben das erwarten die Menschen, so Schönbergs Bürgermeister Lutz Götze: „Die Tradition des Martensmannes ist in den Gemeinden fest verwurzelt.“

Der Landeskulturrat und die Kultusministerkonferenz müssen dem Antrag nun zustimmen. Nimmt die Stadt Rehna mit ihrer Initiative die Hürden, steht das Martensmannfest auf einer Stufe mit dem Voigtländer Musikinstrumentenbau und dem Rheinischen Karneval. Neben „Kölle Alaaf“ heißt es dann auch „Hei Marten, Penningsmarten...“

 

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