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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

23. Oktober 2017 | 06:33 Uhr

Rehna : Das Ende der Pausenmilch

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Rehnaer Schule beendet Versorgung mit Tetrapackmilch: Einrichtungen in Schlagsdorf und Lützow bleiben dabei

von
erstellt am 27.Jul.2016 | 05:00 Uhr

Die Ära der Pausenmilch geht zu Ende. Zumindest an der Regionalschule Rehna. Die Schule ist eine der ersten Einrichtungen, die eine seit Jahrzehnten praktizierte Versorgung einstellt. „Mit Beginn des neuen Schuljahres werden wir das Angebot beenden“, sagt Schulleiter Thomas Barsch. Der Grund liegt für ihn und seine Kollegen auf der Hand. Die Verkaufszahlen sind seit Jahren rückläufig. „Allein die Grundschule bezieht noch zwischen 40 und 50 Päckchen“, so Barsch.

Hinter all dem verberge sich ein enormer logistischer Aufwand, der von der Bestellung über die Kassierung bis hin zur Verteilung über den Hausmeister seinen Lauf nimmt. Das alles für ein oder mehrere Körbe voller kleiner Tetrapacks mit haltbarer Milch. Längst vorbei sind die Zeiten, wo Milch lose ausgegeben wurde oder die aus Kindheitstagen bekannten Glasflaschen mit Aluminiumdeckelverschluss ins Klassenzimmer gebracht wurden. Gehaltvoll wat sie nicht immer, aber frisch. Wurde früher die Milchversorgung angeordnet, ist sie in diesen Tagen eine freiwillige Aufgabe an den Schulen.

Beim Blick auf die Tetrapacks stellt sich Barsch zudem die Frage: Wie gesund ist das Angebot? Ein hoher Zuckeranteil und ein fehlender Frischefaktor sprechen für ihn nach heutigen Kriterien gegen den Inhalt der Tetrapacks. „Auch eine preisliche Orientierung ist notwendig, denn wir als Schule müssen uns in Versorgungsfragen über fünf Jahre binden. Jetzt besteht die Chance zum Ausstieg.“ So kostete zuletzt ein 0,2-Liter-Päckchen Milch 35 Cent. Darüber hinaus müsse es den Eltern doch möglich sein, ihre Kinder ausreichend mit Milch am Tag selbst zu versorgen. Das sogar auf kürzeren Wegen, denn die Schulmilch kommt im Fall Rehna aus Plauen im Voigtland. „Wir haben kein Frischeanbieter vor Ort, der eine Initiative unterstützt“, meint Barsch. Somit müsse man ebenso Antworten auf Fragen zur Ökologie und Ökonomie finden.

Der Landkreis Nordwestmecklenburg unterstützt seit Jahren Aktionen wie gesundes Schulfrühstück, versteht aber auch die Beweggründe der Schule. Man sei selbst unterschiedlicher Auffassung, meint Sprecherin Petra Rappen. Grundsätzlich sei die Entscheidung in Rehna schade: „Milch ist ein nährstoffreiches Lebensmittel.“ Nun liege es in den Händen der Eltern, dass sie ihre Kinder gesund ernähren.

Einrichtungen wie Schlagsdorf setzen weiter auf Milch in den Pausen, wie die kommissarische Schulleiterin Marion Rohde gegenüber der SVZ sagt. In der ersten Pause gehen die Kinder zum Hausmeister, der die Frühstücksmilch verteilt. „Der Schwerpunkt liegt natürlich im Bereich der Grundschule“, sagt Rohde. Die Nachfrage sei mit 40 Kindern stabil.

Ähnlich sieht es im Haus von Schulleiterin Kristine Kalkhorst in Lützow aus: „ 50 Prozent der Kinder in der Grundschule nutzen das Angebot.“ Das heißt für den Hausmeister, täglich 50 Tetrapacks ausgegeben. Die gesamte Organisation obliegt den Lehrern, die die Kassierung übernehmen. Das Besondere in Lützow: Der Schulverband übernimmt 50 Prozent der Kosten. Somit zahlen die Eltern in Lützow nur 15 Cent je Päckchen Milch, die aus Neustrelitz geliefert wird.  

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