Nordwestmecklenburg : Damshagen nimmt Flüchtlinge auf

Eine Diskussionsrunde zum Thema Flüchtlinge gab es am Montagabend auch in Damshagen.
Eine Diskussionsrunde zum Thema Flüchtlinge gab es am Montagabend auch in Damshagen.

49 Afghanen, Syrer und Iraner sind jetzt vorerst in der Sporthalle der im Juli geschlossenen Schule untergebracht

svz.de von
22. September 2015, 23:44 Uhr

Mit großer Mehrheit nahmen die Damshagener die Nachricht positiv von den überraschend in der Sporthalle untergebrachten Asylbewerbern aus Afghanistan, dem Iran und Syrien auf. Der Wissensdurst der Einwohner war so groß, dass die zuvor in der Alten Schmiede geplante Bürgerversammlung in die Kirche verlegt werden musste. Auch hier blieb kein Platz leer.

Acht weibliche und 41 männliche Personen im Alter von sechs Monaten bis 50 Jahre sind am Montagmorgen mit einem Bus von München nach Damshagen in die vom Malteser-Hilfsdienst versorgte Notunterkunft gebracht worden. Landrätin Kerstin Weiss und Bürgermeisterin Mandy Krüger riefen daher die Bürger auf, in einer Versammlung ihre Fragen zu stellen, um mögliche Vorurteile abzubauen. Dabei blieben große Sorgen aus. Fragen nach der Versorgung, der Finanzierung der Flüchtlinge oder der Kommunikation waren schnell zu beantworten. Ganz klar positionierte sich Landrätin Kerstin Weiss bei der Frage nach der Dauer des Aufenhaltes der 49 Asylbewerber. „Ich gehe davon aus, dass es nur eine kurze Zeit von etwa zwei Wochen dauert“, sagte sie. Dennoch machte sie den Anwesenden klar, dass der Landkreis Nordwestmecklenburg keinerlei Entscheidungsgewalt hätte. „Wenn die Bundesregierung sagt, Sie bekommen jetzt neue Flüchtlinge, nehmen Sie sie bitte auf, dann müssen wir das machen“, erklärte Weiss. Gleichzeitig sagte sie, dass derzeit 850 Asylbewerber im Landkreis untergebracht seien, fast täglich würden es mehr.

Für Bürgermeisterin Mandy Krüger sei die neue Lage zwar ernst, aber keineswegs unlösbar, auch wenn durch die Zweckentfremdung der Sporthalle nun erst einmal die Sportvereine vor der Tür stehen bleiben müssen. Um denen gerecht zu werden, lud Krüger diese nach der Bürgerversammlung zu einem internen Gespräch ein, so dass auch hier Lösungen gefunden wurden. „Wir haben im Hauptausschuss beraten, wie und wo wir Flüchtlinge unterbringen können und sind auch auf die seit dem 31. Juli 2015 offiziell geschlossene Schule gekommen. Allerdings haben wir mehrere Varianten untersucht und sind zu keinem Ergebnis gekommen. Auch auf der am Mittwoch stattfindenden Versammlung der Gemeindevertreter werden wir dieses Thema besprechen und nach einer Lösung suchen“, sagte Mandy Krüger auf Nachfrage aus dem Publikum.

Um mögliche Fragen zu klären, mögliche Ängste zu nehmen oder auch Hilfe zu koordinieren, wird die Bürgermeisterin in den kommenden zwei Wochen jeden Tag von 17 bis 18 Uhr in der Alten Schmiede zu erreichen sein.

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